In der Autoindustrie trüben sich die Aussichten. © Oliver Killig/dpa
Immer weniger Arbeitnehmer wechseln die Branche – trotz des großen Transformationsdrucks. Auch die Zahl der Bewerbungen in neue Branchen sinkt. Das geht aus einer Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des beruflichen Netzwerks LinkedIn hervor. Für den IAB-LinkedIn-Branchenwechsel-Radar werteten die Forscher die Angaben auf mehr als 32 Millionen LinkedIn-Profilen aus. Im Juni 2026 wechselten nur noch 24 Prozent der Nutzer, die einen neuen Job anfingen, in eine neue Branche. Im Jahr zuvor waren es noch 27 Prozent. Die Zahl der Bewerbungen (über das berufliche Netzwerk) in eine neue Branche sank leicht von 71 auf 70 Prozent. Beide Werte befinden sich auf dem tiefsten Niveau seit Beginn der Erhebung 2019. Was bedeutet das? „Obwohl der Veränderungsdruck groß ist, wechseln immer weniger Beschäftigte aus schrumpfenden Branchen in aufstrebende Bereiche“, so Enzo Weber, Forschungsbereichsleiter am IAB. Wichtig: Die Daten aus dem beruflichen Netzwerk sind nicht repräsentativ. Sie bildeten mit der Erfassung von Millionen Nutzern in 20 Branchen einen Trend allerdings gut ab, so der Experte.