Kann ich mir den Kredit leisten?

von Redaktion

Eine schöne neue Küche ist teuer. Wer dafür einen Kredit aufnehmen muss, sollte die Grundregeln des Geldleihens kennen. © Unai Huizi/IMAGO/

Inzwischen lässt sich alles auf Kredit kaufen: ein neues Handy, eine Urlaubsreise, eine neue Küche, eine Wohnung. Doch nicht immer ist das sinnvoll. Eine Grundregel lautet: „Kredite bieten sich dann an, wenn sie einem ermöglichen, langfristig finanziell besser dazustehen, den Beruf auszuüben oder ein höheres Einkommen zu erzielen“, fasst Thomas Hentschel, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, es zusammen. Dazu gehören zum Beispiel Investitionen in die berufliche Aus- und Weiterbildung oder ein Auto, um zur Arbeit fahren zu können. Auch eine Immobilie lässt sich den meisten nur durch einen Kredit finanzieren.

Weniger empfehlenswert ist es, einen Kredit für kurzfristige Konsumausgaben aufzunehmen. Dazu zählen Urlaubsreisen, die Anschaffung eines neuen Fernsehers, eines teuren Mobiltelefons oder auch von Möbeln, wenn diese nicht unbedingt nötig sind. Solche Anschaffungen verlieren häufig schnell an Wert – das Handy ist schneller kaputt und veraltet, als man die Kreditraten abbezahlen kann. Hier lautet die Empfehlung: Anstatt einen Kredit aufzunehmen, sollte man lieber Geld ansparen und die Anschaffung tätigen, wenn genug beisammen ist.

Wenn das Ergebnis der Überlegungen ist, dass ein Kredit angebracht ist, sollte man die wichtigsten Grundregeln des Geldleihens kennen. Wer den Überblick verliert, gerät schnell in eine Schuldenfalle.

Kreditrate

Um zu berechnen, welche Kreditrate man monatlich aufbringen kann, sollte man seine monatlichen Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen, rät Verbraucherschützer Hentschel. Nur so erhält man einen Überblick, was nach Abzug aller Kosten übrigbleibt, um daraus eine Rate zu finanzieren. „Wichtig ist, zuerst ein finanzielles Polster aufzubauen, etwa für unvorhergesehene Ausgaben, bevor man an einen Kredit denkt. Zwei bis drei Nettomonatsgehälter sollte man zur Seite gelegt haben.“

Kreditarten

Der Ratenkredit ist die häufigste Kreditform für Verbraucher, mit der sich größere Anschaffungen finanzieren lassen. Auch ein Autokredit ist ein Ratenkredit, allerdings gelten teilweise etwas günstigere Zinssätze, weil das Fahrzeug der Bank als Sicherheit dient. Wer eine Immobilie kauft, nimmt ein Baudarlehen auf. Diese Kredite laufen oft über Jahrzehnte, und die Banken verlangen umfangreiche Sicherheiten. Mit speziellen Wohnkrediten lassen sich Sanierungen oder Umbauten an Haus oder Wohnung finanzieren. Wer häufiger den teuren Dispokredit in Anspruch nimmt, sollte einen Rahmenkredit als Alternative in Erwägung ziehen. Dabei stellt die Bank einen festen Kreditrahmen zur Verfügung, aus dem man bei Bedarf Geld entnehmen kann. „Zinsen fallen nur auf den tatsächlich genutzten Betrag an“, erklärt Hentschel dem Verbraucherportal biallo.de.

Zinsen

„Bevor man einen Kreditvertrag abschließt, sollte man Angebote vergleichen“, rät der Finanzexperte. Dabei sollte man jeweils den effektiven Jahreszins in den Blick nehmen. Dieser ist laut Hentschel aussagekräftiger als der Sollzins. Es gibt Kredite mit festem Zinssatz, bei denen die monatlichen Raten über die gesamte Laufzeit gleich bleiben. Daneben gibt es Kredite mit variablen Zinssätzen, was durchaus Vorteile bieten kann: Die Kredite sind flexibel, lassen sich einfach kündigen, und man kann von sinkenden Zinsen profitieren. Allerdings erhöhen sich bei steigenden Zinsen die monatlichen Belastungen.

Laufzeit und Rate

Beim Konditionenvergleich sollte man auch die Laufzeit und die Ratenhöhe betrachten. Eine lange Laufzeit führt zu niedrigeren Raten, aber auch zu höheren Gesamtkosten eines Kredits. Eine kurze Laufzeit senkt die Gesamtkosten, aber dafür fallen höhere Raten an. Was zur individuellen Finanzsituation passt, sollte man gut abwägen. Schließlich sollte man die Gesamtkosten des Kredits vergleichen. Sie entsprechen der Summe, die man über die gesamte Laufzeit zurückzahlen muss. Konditionen für verschiedene Kreditarten lassen sich mit dem Ratenkredit-Vergleich von biallo.de (www.biallo.de/ratenkredit/) vergleichen.

Beispiel

Wer einen Ratenkredit in Höhe von 10.000 Euro mit einer Laufzeit von 48 Monaten aufnimmt, kann laut dem Ratenkredit-Vergleichsrechner von biallo.de bei guten Angeboten monatliche Raten von rund 240 Euro zahlen. Diese Berechnung basiert beispielsweise auf einem effektiven Jahreszinssatz von 5,99 Prozent (PSD Bank Rhein-Ruhr), 6,29 Prozent (SGK Bank), 6,79 Prozent (DKB) oder auch 7,54 Prozent bei der ING (Stand: 19.8.2026). Einige Banken weisen bei Angebotsvergleichen den effektiven Zweidrittelzins aus. Das bedeutet, dass mindestens zwei Drittel der Kreditnehmer diesen Zinssatz erhalten haben. Im Beispiel gilt das auch für die ING und bedeutet letztlich, dass die Bank manchen Kunden den Kredit auch zu wesentlich günstigeren (3,99 Prozent, Stand: 19.8.2026) Konditionen gewährt hat, anderen zu deutlich teureren.

Extras

Es kann wünschenswert sein, dass sich ein Kredit an die jeweilige Lebenssituation anpassen lässt. Solche Extras müssen im Kreditvertrag vereinbart sein. Sondertilgungen etwa erlauben es, neben der üblichen Rate einen größeren Betrag auf einmal zurückzuzahlen. Auch die Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung des Darlehens kann interessant sein. Ebenso kann es wünschenswert sein, Ratenpausen einlegen zu können, wenn unerwartete finanzielle Belastungen auftreten. „Zwar werden manchmal Sondertilgungen kostenlos angeboten, aber grundsätzlich bezahlt man solche Extras mit höheren Zinsen“, sagt Hentschel.

Mehr Informationen

Ein mehrseitiges Dossier zum Thema gibt es kostenlos per E-Mail von: ratgeber@biallo.de

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