Zu Hause gestapelt oder im Sparschwein verliert Geld an Wert, denn die Inflation nagt über die Jahre schwer daran. Aktuell liegt die Teuerungsrate bei 2,8 Prozent. Jede Geldanlage muss das erst einmal schlagen – bevor es an die Rendite geht. © vadim vasenin/smarterpix
■ 1. Schulden tilgen
Bevor es mit der Geldanlage losgeht, sollten eventuelle Schulden getilgt werden. Denn Kreditzinsen sind fast immer um einiges höher als die Rendite einer Geldanlage. Dann empfiehlt sich ein Notgroschen, etwa auf einem Tagesgeldkonto, damit man bei außerplanmäßigen Ausgaben nicht gleich in den (teuren) Dispokredit rutscht.
■ 2. Nicht alles in einen Korb
Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen – diese alte Börsenweisheit gilt weiter. Also: Keine Einzelaktien aussuchen, sondern lieber einen Aktienfonds, in dem viele Unternehmen verschiedener Branchen und Länder vertreten sind. Außerdem: Nicht alles auf Aktien setzen, auch wenn sie die höchste Rendite versprechen. Auch Tagesgeld oder Festgeld und vielleicht auch Gold gehören in ein ausgewogenes Depot.
■ 3. Kosten sparen
Geld anlegen kostet erst einmal Geld, für das Depot oder das Management des Fonds zum Beispiel. Hier sollte man geizig sein und versuchen, alles so billig wie möglich zu bekommen, denn die laufenden Kosten müssen durch die Anlage erst einmal wieder hereinkommen. Also: Discountbroker mit gutem Ruf suchen und am besten kostengünstige oder sogar kostenlose ETFs aussuchen. Diese bilden quasi automatisch einen Index ab, haben also kein aktives Management, das bezahlt werden müsste.
■ 4. Früh starten
Mit dem Geldanlegen sollte so früh wie möglich begonnen werden. Ideal, wenn schon Eltern und Großeltern ein kleines Depot für den frisch geborenen Nachwuchs anlegen. Zeit ist der beste Renditetreiber, dann dann kommt der Zinseszinseffekt voll zum Tragen. Wer zum Beispiel mit 18 Jahren zu sparen beginnt, kann sich bis zum Rentenbeginn ein kleines Vermögen schaffen. Bei einer Sparrate von nur 100 Euro pro Monat, 50 Jahre lang, ergibt sich bei einer Rendite von 4 Prozent, was einer konservativen Anlage entspricht, eine Summe von gut 190.900 Euro (60.000 Euro wurden einbezahlt). Bei 6 Prozent Zinsen wären es schon an die 380.000 Euro. Nicht berücksichtigt ist dabei die Inflation.
■ 5. Alles mitnehmen
Wer seinen ersten Job antritt, sollte sich erkundigen, ob der Arbeitgeber Vermögenswirksame Leistungen (VL) bezahlt. Das Geld vom Chef kann man (muss man aber nicht) aufstocken und dann zum Beispiel monatlich 40 Euro in einen kostengünstigen ETF investieren. Auch beim Altersvorsorgedepot, das ab nächstem Jahr angeboten wird, gibt es bis zu 540 Euro staatliche Förderung. Eltern können ein gefördertes Depot für ihre Kinder (ab sechs Jahren) anlegen. All das sollte man nutzen.
■ 6. Ruhe bewahren
An der Börse geht es nicht immer nur bergauf. Wenn die Kurse ins Rutschen geraten, empfiehlt es sich, Ruhe zu bewahren. Wer ein breit gestreutes Depot hat (siehe Punkt 2) braucht nicht bei jedem Abschwung nervös zu werden. Über die vergangenen Jahrzehnte haben die Aktienmärkte alle Krisen (vom Platzen der Dot.com-Blase über die Eurokrise bis zur Finanzkrise) überstanden und die Kursverluste wieder wettgemacht. Hektisches Kaufen und Verkaufen an der Börse kostet nur Geld und ruiniert die Nerven.
■ 7. Passt noch alles?
Das heißt jedoch nicht, dass man sein Depot nicht von Zeit zu Zeit (Experten raten alle zwei, drei Jahre) überprüfen sollte. Was läuft gut, was nicht so? Passt mein Depot noch zu mir? Wenn ein Anleger in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen möchte, könnte es ratsam sein, Aktien nach und nach in weniger risikoreiche Vermögenswerte umzuschichten. Anleihen zum Beispiel oder auch Fest- und Tagesgeld.
■ 8. Keine Angst vor Trennung
Anleger geben wie alle Menschen nicht gern Fehler zu. Deshalb halten sie manchmal an einer Investition fest, die nichts bringt. Das kostet nur Geld, also Schluss mit falscher Scham und weg mit den verlustreichen Aktien und seit Langem schlecht laufenden Fonds. Trennen sollte man sich auch von einem Tagesgeldkonto, das zu wenig Zinsen abwirft. Mit Vergleichsportalen im Internet lassen sich die besten Anbieter finden.
■ 9. Übersicht behalten
Mehr als fünf ETFs braucht man normalerweise nicht. Meist reicht es, einen weltweit über alle Branchen anlegenden Fonds zu besparen (Klassiker ist der Index MSCI World), dazu vielleicht einen ETF, der Schwellenländer abdeckt, einen für europäische Aktien (zum Beispiel auf den Euro-Stoxx 600), dann je nach Vorliebe vielleicht ein ETF mit nachhaltigen Werten oder mit Aktien rund um Erneuerbare Energie.
■ 10. Nur kaufen, was man auch versteht
Der Markt für Geldanlagen ist riesig. Zertifikate, Privat-Equity-Fonds, Schuldverschreibungen, Genussscheine: Produkte, die man als Laie kaum versteht, sind zur Anlage nicht geeignet. Auch heißen Tipps aus dem Freundeskreis oder aus Sozialen Medien sollte man grundsätzlich mit der allergrößten Skepsis begegnen.CORINNA MAIER