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Wasser besser als Wellnesswasser

von Redaktion

Für Mineralwasser gibt es strenge Regeln. Bei Wellness-Wasser sollte man hingegen genau hinschauen. © Döring/Imago

Längst gibt es nicht mehr nur die Wahl zwischen Leitungswasser und Mineralwasser. Getränkehersteller bieten eine große Auswahl an aromatisierten und vitaminisierten Wässern. Das verspricht mehr geschmackliche Abwechslung, gleichzeitig pflegen diese Getränke ein Image von Gesundheit und Wellness.

Dafür sorgen Zusätze von Vitaminen und Mineralstoffen, mit denen geworben wird. Immer wieder müssen Gerichte klären, wo die Grenze zwischen zulässiger Werbung und unzulässigen Gesundheitsversprechen liegt. Ob die Vitaminzusätze ernährungsphysiologisch sinnvoll sind, scheint zweitrangig zu sein: Beliebt ist etwa die Zugabe von Vitamin B6, Biotin, Niacin und Pantothensäure – alles Vitamine, mit denen wir ausreichend versorgt sind. Auch ist fraglich, wie nützlich eine Anreicherung von Wasser mit Vitamin E ist, denn wie alle fettlöslichen Vitamine wird es am besten in Kombination mit fetthaltiger Nahrung vom Körper aufgenommen. Bei einer Stichprobe hat die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt zudem festgestellt, dass Vitaminwässer mit Vitamin-E-Zusatz teils die empfohlene Tagesmenge überschreiten.

Flaschenform und Design der Produkte erinnern an Mineralwasser – dabei fallen diese sogenannten Near-Water-Produkte rechtlich in die Kategorie Erfrischungsgetränke. Denn Mineralwasser unterliegt strengen Vorgaben: Als einziges Lebensmittel in Deutschland benötigt es eine amtliche Zulassung. Diese ist an Bedingungen geknüpft: So muss Mineralwasser unter anderem aus unterirdischen, vor Verunreinigung geschützten Wasservorkommen stammen und von ursprünglicher Reinheit sein. Mineralwasser darf nur wenigen, genau definierten Behandlungsverfahren unterzogen werden. Dazu zählt etwa der Entzug von Eisen und Schwefel. Außer Kohlensäure dürfen keine weiteren Stoffe hinzugefügt werden. Es ist nicht erlaubt, Mineralwasser aus unterschiedlichen Quellen zu vermischen; es muss bereits am Quellort in die für die Verbraucher bestimmten Fertigpackungen abgefüllt werden.

Für die Herstellung aromatisierter Wellnesswässer reicht dagegen einfaches Trinkwasser aus. Der Geschmack der Getränke stammt aus zugesetzten Aromastoffen und Pflanzenextrakten – die Zutatenliste gibt Aufschluss über die tatsächlichen Mengen an Kräutern oder Früchten. Das Etikett informiert auch darüber, ob und wie viel Zucker oder Süßstoffe enthalten sind. Denn auch, wenn ein Getränk optisch an Wasser erinnert, kann es durchaus Zuckermengen wie eine herkömmliche Limonade enthalten.

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