Meta führt Zeitsperre für Teenager ein

von Redaktion

Vor Prozessbeginn hält eine junge Frau ein Banner mit den Namen von Jugendlichen hoch, die sich das Leben genommen hatten. Soziale Medien sollen mitschuldig an ihrem Tod sein. © Godofredo A. Vásquez/AFp

Oakland – Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen sind umfangreiche Änderungen bei den Onlinenetzwerken Instagram und Facebook geplant – allerdings vorerst nur in den USA. Der Mutterkonzern Meta machte die Zugeständnisse in einem Vergleich mit US-Bundesstaaten (wir berichteten). Das Unternehmen von Mark Zuckerberg will zudem bis zu 16,7 Milliarden Dollar (14,3 Milliarden Euro) zahlen.

Der Konzern sagte Zeitbeschränkungen für die Nutzung von Instagram und Facebook durch Minderjährige zu sowie nächtliche Zugangssperren. So sollen Teenager die Apps nur noch zwei Stunden pro Tag nutzen dürfen. Zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens sollen sie gar keinen Zugriff mehr haben.

Darüber hinaus sind weitere Neuerungen geplant: Die Zahl der „Gefällt mir“-Reaktionen soll minderjährigen Nutzern verborgen bleiben. Tabu sind künftig zudem Filter, die Gesichter künstlich glätten und attraktiver machen.

Insgesamt 29 US-Bundesstaaten hatten Meta vor einem kalifornischen Gericht wegen Suchtgefahren verklagt. Sie verlangten eine Geldbuße von 200 Milliarden Dollar und umfangreiche Änderungen an den Algorithmen. Wenn das zuständige Bundesgericht im kalifornischen Oakland zustimmt, endet der seit zwei Wochen laufende Prozess.

Meta drängte Plattformen wie Snapchat, Tiktok und Youtube zu ähnlichen Änderungen. Ziehen diese nach, könnten die Zugangsbeschränkungen für Jugendliche sogar noch ausgeweitet werden. Fünf Milliarden Dollar der Meta-Strafzahlung sind zudem an die Bedingung geknüpft, dass die Konkurrenz ebenfalls Besserungen zusagt.

Meta will überdies die Altersüberprüfung seiner Nutzer effektiver machen. Bei Facebook und Instagram gilt ein Mindestalter von 13 Jahren für die Social-Media-Nutzung. Laut Kritikern ließ sich dieses in der Vergangenheit jedoch relativ einfach umgehen. Alle Neuerungen greifen in 51 US-Bundesstaaten und -Gebieten, die sich dem Vergleich angeschlossen haben.

Unabhängig davon macht auch die EU Druck auf Meta für einen besseren Jugendschutz. Australien hat bereits ein Social-Media-Verbot für Teenager eingeführt. In Deutschland wird dies ebenfalls diskutiert.

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