Niederländische Forscher kritisieren TUM-Studie

von Redaktion

München – Wissenschaftler aus den Niederlanden haben die am Dienstag von der Technischen Universität München (TUM) veröffentlichte Elektroauto-Studie kritisiert. Arnold Tukker von der Universität Leiden veröffentlichte auf der Plattform LinkedIn einen Beitrag, darin distanziert er sich mit drei weiteren Forscherinnen und Forschern von der TUM-Studie. Eine von den vier Wissenschaftlern verfasste E-Auto-Studie werde in dem TUM-Dokument zitiert und „eindeutig falsch interpretiert“.

Die TUM-Studie hatte kritisiert, dass die EU in ihren Regularien den CO2-Ausstoß lediglich am Auspuff messe und CO2-Emissionen bei der Autoproduktion nicht berücksichtige. Unter anderem hieß es, beim von der EU angestrebten Tempo der E-Auto-Einführung werde der Pkw-Sektor bis 2030 weniger als die Hälfte der Menge an CO2 einparen, die zur Erreichung der EU-Ziele eigentlich nötig wäre. „Diese Zahlen stammen aus unserer Studie“, schreiben nun die Forscher aus den Niederlanden. Der in der TUM-Mitteilung behauptete Kausalzusammenhang sei aber eine „klare Fehlinterpretation“ ihrer Arbeit. Die CO2-Reduzierungen hinkten hinterher, weil sowohl die Umstellung von Benzinern auf Elektroautos als auch die Ökostromversorgung zu langsam voranschreite. Dass sich die EU ausschließlich auf Abgasemissionen konzentriere, sei irrelevant. „Wir sind zutiefst enttäuscht über diese Fehlinterpretation unserer Arbeit“, die Kernaussagen ihrer Studie seien verzerrt. „Unsere Studie kommt zu dem Schluss, dass hohe CO₂-Reduktionen im Automobilsektor nur möglich sind, wenn wir den Einsatz von Elektrofahrzeugen beschleunigen, den Verkauf von Benzinautos bis 2030 einstellen und den Übergang zu einem grünen Energiesystem vorantreiben.“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte in der TUM-Studie dagegen einen wissenschaftlichen Beleg für das von ihm geforderte „Aus vom Verbrenner-Aus“ gesehen.SH

Artikel 2 von 7