Sparer erhalten höhere Zinsen

von Redaktion

Bei Festgeldanlagen haben Sparer über einen definierten Zeitraum hinweg keinen Zugriff auf ihr Geld – dafür sind die Zinsen oft höher als beim Tagesgeld. © Andrey Popov, Smarterpix

Sparen lohnt sich wieder: Bundesweit verfügbare Festgeld-Angebote mit zwei Jahren Laufzeit bringen nach einer Analyse des Finanzportals Verivox aktuell eine Verzinsung von durchschnittlich 2,53 Prozent. Über alle Laufzeiten hinweg liegen die durchschnittlichen Festgeldzinsen beim Vergleich von rund 800 Kreditinstituten mittlerweile sogar deutlich oberhalb des aktuellen Einlagezinssatzes der Europäischen Zentralbank (EZB). Das ist der Zins, den Banken bekommen, wenn sie über Nacht Geld bei der EZB parken. Seit der Zinserhöhung im Juni liegt der bei 2,25 Prozent. Marktbeobachter erwarten heute einen weiteren Zinsschritt.

■ Mehr fürs Festgeld

„In allen Laufzeiten liegen die durchschnittlichen Festgeldzinsen inzwischen ein gutes Stück höher als der EZB-Einlagezins“, betont Verivox- Geschäftsführer Oliver Maier. „Das gab es zuletzt Ende 2022, also kurz nach dem Ende der historischen Niedrigzins-Ära.“

Welchen Zinssatz Sparer erwarten dürfen, hängt maßgeblich davon ab, ob sie ihr Geld für einen definierten Zeitraum fest anlegen und wie lang ihr Anlagezeitraum ist. Festgelder mit einem Jahr Laufzeit verzinsen sich laut Verivox aktuell durchschnittlich mit 2,4 Prozent. Noch Anfang März waren es im Schnitt glatt zwei Prozent. Bei zweijährigen Festgeldern konstatiert das Portal aktuell 2,5 Prozent, bei zehn Jahren sind es 2,9 Prozent. Dabei handelt es sich aber um Durchschnittswerte. Eine Auswertung des Vergleichsportals biallo.de zeigt, dass einzelne Banken deutlich mehr an Sparer zahlen. Demnach bietet die Isbank für ein Jahr aktuell 3,4 Prozent (siehe Tabelle in der linken Spalte). „Beim Festgeld steigen die Zinsen aktuell über alle Laufzeiten hinweg“, schreibt Rudolf Krux von biallo.de. Verivox-Chef Maier sagt, Zinsen für festverzinsliche Spareinlagen würden stark von den Zinsen am Kapitalmarkt beeinflusst. Unmittelbar nach Ausbruch des Irankriegs hätten diese einen Sprung nach oben gemacht.

■ Flexible Zinstreppe

Denkbar ist auch, das Festgeld über eine Zinstreppe anzulegen: Wer beispielsweise 30.000 Euro anlegen möchte, investiert Anteile dieses Betrags mit unterschiedlichen Laufzeiten. Die erste 10.000 Euro etwa für ein Jahr, die zweiten 10.000 Euro für zwei Jahre und die dritten 10.000 Euro für drei Jahre. Damit erhalten Sparer Flexibilität: Nach dem ersten Jahr können sie sich überlegen, ob sie das Geld benötigen, oder es erneut für drei Jahre anlegen – denn bereits ein Jahr später werden die nächsten 10.000 Euro frei.

■ Tagesgeld steigt kaum

Deutlich moderater fallen die Zinsanstiege auf Tagesgeldkonten aus. Die sind laut Verivox in der Breite des Marktes nur leicht gestiegen. „Die durchschnittlichen Bestandskundenzinsen bundesweit verfügbarer Angebote liegen aktuell bei 1,39 Prozent und damit lediglich 0,09 Prozentpunkte über ihrem Niveau von Anfang März.“

Auch Bestandskunden haben nichts vom Zinsanstieg. Dagegen laufe die Zins-Rally bei Neukundenangeboten mit befristeten Sonderkonditionen auf Hochtouren, so die Anlageexperten von Biallo. Verbraucher sollten unbedingt Bedingungen und Einschränkungen prüfen: „Spitzenzinsen gelten oft nur für eine begrenzte Dauer. Danach fällt der Zinssatz teilweise deutlich“, warnt Biallo.

Den höchsten Tagesgeldzins bietet demnach mit 4,25 Prozent derzeit die Digitalbank Revolut (siehe Tagesgeld-Tabelle). Der hohe Aktionszins wird laut Angebot aber nur für bis zu vier Monate gewährt. Neukunden müssen zusätzlich ein Revolut-Girokonto abschließen und die zugehörige Karte regelmäßig nutzen.

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