Tipps gegen Datenklau

von Redaktion

Zufällige Passwörter kann man nicht erraten. Ein zweiter Faktor – wie ein SMS-Code – schafft sehr hohe Sicherheit. © IMAGO

Prävention

Datenschutz: Bereits mit einer E-Mail-Adresse oder einer Handynummer lässt sich viel Unheil anrichten. Am besten verteilt man so wenig Daten im Internet wie möglich. Auch lohnt es sich, den Zugriff von Handy-Apps zu beschränken. Denn nicht nur Werbekunden können die gesammelten Daten für kleines Geld kaufen, sondern auch Kriminelle. Manche E-Mail-Anbieter wie Proton, Tuta oder Apples iCloud Mail bieten gegen Aufpreis sogenannte Alias-Adressen an. Das sind nichtssagende Adressen, mit denen man sich bei Online-Diensten registrieren kann. Empfangene Mails leiten sie einfach an das eigentliche Postfach weiter.

Sichere Passwörter: Gerade durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist es sehr einfach, simple Passwörter zu erraten. Benennt man das Passwort nach dem Familienhund, ist „Lumpi123“ mit einem Blick auf das Facebook-Profil schnell erraten. Experten empfehlen deshalb zufällige Passwörter mit verschiedenen Zeichenklassen wie Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen. Denn jede Variable senkt die Wahrscheinlichkeit, das Passwort zu erraten: Allein bei einem Buchstaben und einer Ziffer liegt die Chance bei 1 zu 260. Bei zwei Ziffern ist es schon 1 zu 2600. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt mindestens 8 Stellen. Wer es ernst meint kann aber auch 30 und mehr Stellen verwenden – Passwortmanager machen es möglich.

Passwort-Manager: Niemand kann sich zufällige Passwörter merken. Wer sie nicht auf einen Zettel schreiben und wegsperren will, kann einen Passwort-Manager nutzen. Diese Programme erzeugen lange, sichere Passwörter und speichern sie. Will man sich auf einer Website anmelden, wird die Maske meist automatisch ausgefüllt. Passwortmanager und manche Smartphones erlauben auch die Nutzung sogenannnter Passkeys.

Passkey: Passkeys sind kryptografische Schlüssel – also Dateien – die auf dem Gerät oder einer App hinterlegt sind. Sie können nicht erraten werden und ersetzen das Passwort. Praktisch rufen Smartphones den Passkey meist selbstständig ab. Oft muss er per Fingerabdruck freigegeben werden.

Zweiter Faktor: Sicherheitsexperten raten wo immer möglich zur 2-Faktor-Authentifizierung – etwa in der Passwortmanager-App. Das bedeutet, dass neben dem Passwort ein zweiter Identifikationsfaktor abgefragt wird. Das kann ein Code sein, den man per SMS empfängt, oder eine Bestätigung auf dem Smartphone. Als besonders sicher gelten Authentifikator-Apps. Sie lassen sich kostenlos herunterladen.

Vorsicht: Beim sogenannten Phishing nutzen Betrüger gefälschte Briefe, E-Mails, Anrufe oder SMS, um sich als Bank, Polizei oder sonst wer auszugeben. Man sollte immer misstrauisch werden, wenn die Eingabe von Passwörtern oder Kontodaten verlangt wird. Auch Links oder QR-Codes sollte man nicht einfach aufrufen.

Im Notfall

Bei kostenlosen Prüfdiensten, wie dem Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts oder der Seite „Have I been pwned?“ kann man prüfen, ob die eigenen Daten von bekannten Lecks betroffen sind. Ist das der Fall – oder bemerkt man selbst verdächtige Aktivitäten – empfiehlt die Berliner Datenschutzbeauftragte etwa:

Wichtig ist zudem: keine falsche Scham zu haben. Hackerangriffe können jeden treffen. Unterstützung von Freunden und Familie hilft, einen kühlen Kopf zu bewahren.MAS/DPA

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