Neubeuern – Eine Doppelausstellung mit zeitgenössischen Künstlern des Künstlerkreises Neubeuern in Kombination mit der musealen grenzüberschreitenden Wanderausstellung „Töpfe – Truppen – Taschenuhren“ gibt es in der Galerie am Markt in Neubeuern noch bis zum Sonntag, 6. August, zu sehen. Siglinde Berndt, Leiterin der Galerie, widmete sich bei der Eröffnung der Frage „Was haben Museumsstücke mit Gegenwartskunst zu tun?“ Plausibel und inspirativ überzeugen 15 Kunstschaffende mit ihren unterschiedlichen Positionen und spannen den Bogen von der Historie zur Gegenwart.
Die Wanderausstellung thematisiert die Innschifffahrt sowie das damit verbundene Gewerbe in der frühen Neuzeit (1550 bis 1650) mit dem Sonderthema Zeitmessung. Die Neubeurer Künstler haben sich mit den Themen auseinandergesetzt. Insbesondere das Thema Zeit spielt in den präsentierten Arbeiten eine Rolle.
In Acryl und Collage symbolisiert „Runder Handel“ von Xandi Fradl die wandelnde Zeit, gebettet in die Kulisse Neubeuerns. Den „Lauf der Zeit“ interpretierte Sabine Klis mit einer langbeinigen Bronzefigur im rotierenden Eisenring und „Die Zeitlinien I – IV“ brachte Jutta Mayr abstrakt in Acryl auf Leinwand. Mit den fantastischen Inngespinstern, mit Bleistift und Acryl projiziert, beschäftigt sich Christa Ulmer-Thurn in der Darstellung charakterstarker Innbesiedler am Flussufer. Selbst „Die Ratte kehrt zurück“, in Mischtechnik auf Leinwand gemalt von Siglinde Berndt, findet neuen Nährboden in den harten Zeiten von Krieg und Truppenaufmärschen entlang des Wassers. Dagegen ist „Susi“, von Regina Marmaglio aus Linde gearbeitet, die stille Beobachterin des frivolen Treibens in den Auen. Ein Karabiner, Fundstück am ehemaligen Strom auf Schwemmholz gelagert, präsentiert Alfred Hehenleitner und die jüngsten Ammoniten, unterschiedlich große fossile Schalentiere aus glasierter Keramik im Farbenspiel von Perlmutt, stellt Anne Hesselmann aus. „Im Fluss“ findet Ulrike Kirchner ihr Motiv, das in Acryl und Collage die Wellen und Wogen widerspiegelt. Andrea Storck fertigt in ihrer Schmuckwerkstatt ovale Kieselsteine, in Gold und Silber gefasst und mit Edelsteinen geschmückt, zum Anhänger einer Halskette. Wie sich der Herbst in seiner Farbenvielfalt in den Innauen zeigt, verdeutlicht kreativ Elisabeth Strasser. Futuristisch tauchen die Farben die Natur in das vom Himmel gezeichnete Wasser ein und bewegen das wechselwirkende Schauspiel in Mischtechnik von Isabella Waldheim. Mit „BegInning“ tastet sich Manfred Plonus an den Ursprung, während „Adam und Eva“, lebensgroß aus Holz und Metall gefertigt von Bri Oppel, den zwischenmenschlichen Dialog, der sich sinnbildlich fortpflanzt, inszeniert.
Die Ausstellung ist zu sehen bis Sonntag, 6. August, freitags von 18 bis 20 Uhr, samstags von 14 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 19 Uhr sowie nach Vereinbarung.