Von Osaka nach Kolbermoor

von Redaktion

Vierte Orgelmittwoch-Saison endet glanzvoll

Kolbermoor – Die Kirche Wiederkunft Christi in Kolbermoor war bei bestem Biergartenwetter gut gefüllt. Das beweist: Auch die vierte Saison der Reihe „Orgelmittwoch“ war höchst erfolgreich. Und mit zwei gewichtigen Werken der Orgelliteratur endete die Saison mit Aplomb. Nicht zuletzt, weil eine bedeutende Organistin spielte, die in Osaka geborene, nun in Bad Aibling lebende Kaori Mune-Maier. An sechs Musikhochschulen hat sie studiert, mehr als vier Preise hat sie errungen. In Kolbermoor präsentierte sie sich als sehr sichere, planend-bewusste und souveräne Organistin.

Auf dem Programm standen „nur“ zwei Werke, eins von Bach, eins von Max Reger, jeweils aber eines der bedeutendsten dieser Komponisten. Bachs „Toccata, Adagio und Fuge C-Dur“ BWV 564 begann Mune-Maier fast verspielt-improvisatorisch, wie nach dem richtigen Beginn suchend. Dann aber kam die berühmte Pedal-Passage deutlich dramatisiert, schwungvoll-flüssig ging die Toccata weiter. Das Adagio verzärtelte die Organistin nicht mit einer süßlichen Registerwahl, sondern entfaltete es in souveräner Ruhe und gliederte die Melodie mit genauer Phrasierung bewusst und sinnvoll. Festlich-forsch schritt die Fuge voran und endete auch so – nicht wie so oft als flüchtiger Schlusspunkt hingetupft.

Die „Fantasie und Fuge über B-A-C-H“ von Max Reger ist eine tiefe Reverenz vor Bach und ein monumentales Werk. Kaori Mune-Maier verstand es mit großer Dispositionskunst, das Tonmotiv aus vier Tönen immer wieder durchhörbar zu machen in den vielen aneinandergereihten machtvoll harmonisierten Gegenstimmen. Einfall türmt sich da auf Einfall.

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