Viel Blödsinn und Magie im „Oakvalley“

von Redaktion

Varieté und „theatrale Leistungsschau“ beim Priener „Dramasuri“ fasziniert große und kleine Besucher

Prien – Einen höchst abwechslungsreichen und unterhaltsamen Abend mit viel Blödsinn und Magie erlebten Besucherinnen und Besucher verschiedener Altersstufen im Priener Eichental beim „Dramasuri“-Theaterfestival. Im ausverkauften Zirkuszelt in magischer, natürlicher Umgebung am Ufer der Prien luden die Organisatoren zu „Mr. Oakvalley´s theatraler Leistungsschau“, einer bunten Revue mit mehreren Künstlern, die sich auf der Bühne in raschem Wechsel in einem Kontrastprogramm ergänzten.

Miranda alias Julia Urban führte durch einen Reigen mit Musik, Artistik und Zauberei voller Überraschungen. Die Musiker von „Zwetschgendatschi“ sorgten für den melodischen und multiinstrumentalen Rahmen, mit einem Schuss Melancholie vom Balkan und Osteuropa, aber auch mit bayerisch-frechen Gstanzerln („weil Du ja net fragst, vadean mir den ganzen Tag“).

Dann betraten zwei reisende Herren in etwas abgenutztem Gewand – nämlich die Clowns Rigol und Torf – und mit alten Koffern die Bühne und zeigten, was man mit einem Koffer-Schleuderbrett und Anfeuerungen wie „Putin!“ oder „Copperfield!“ anstellen kann – großer Applaus für die charmante Geschicklichkeitsnummer! Herrlich durchgedreht und schön skurril wurde es mit Tom Jana alias Igor Osambasi. Der „Abgesandte der kosmologischen Expeditionsgesellschaft“ rollte auf einem geheimnisvollen Brett zum Auftritt und zauberte eine Vielzahl seltsamer Tischchen aus seinen Taschen hervor, darunter einen „Bri(e)-Tisch“ mit einem ja eigentlich französischen Camembert. Der Flüssigkeitsausgleich förderte einen Schlüssel im Getränk zutage, also einen „With-key“. Auch Wortspieler Willy Astor hätte seine helle Freude gehabt an der Nummer, die auch kleine und große Hasen, Blumensträuße und pfiffige Gags mit Luftballons beinhaltete und Kinder wie Erwachsene begeisterte.

Sehr schräg wurde es mit den Gesängen mit Berliner Einschlag von Andreas Schantz und Bertram Wolter: Sie seien von der „Lounge“ im Himmel in die Köpfe von Erdlingen gereist und befreiten deren Gedanken als Songs. Beispielsweise einen Text aus dem Gehirn eines EDV-Produzenten: „If there is no use – we produce“.

Rigol und Torf alias Emmeran Heringer und Stefan Pillokat sorgten für den artistischen Höhepunkt der theatralen Leistungsschau. Als „Brüder von Groeningen“ gelangten die beiden an die Grenzen des „männlich Machbaren“ und stellten einen Heimtrainer auf zwei große Koffer. Wie die beiden auf- und übereinander in sämtlichen Variationen auf der wackligen Konstruktion Platz fanden mit perfekter Körperbeherrschung, Kooperation und Balance und dabei mit Händen und Füßen kurbelten, war große Klasse und riss das Publikum zu Beifallsstürmen hin.

Eine chinesische Gesangsnummer leitete das Finale der gut abgemischten Varieté-Revue ein, bei der es bis zum Schluss viele strahlende Gesichter gab.

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