Aktuelles Interview mit Mulo Francel

Inspiration für neue Abenteuer

von Redaktion

Mulo Francel aus Riedering ist Musiker. Er studierte Saxofon und Komposition in Linz, München und New York. Mit eigenen Formationen (unter anderem Quadro Nuevo) spielt er weltweite Konzerttourneen. Im Vorfeld der Pharaonen-Ausstellung im Rosenheimer Lokschuppen unternahm er mit Quadro Nuevo und Cairo Steps eine mehrwöchige Reise durch Ägypten – unter anderem gab er Konzerte in Kairo und Alexandria. Die OVB-Heimatzeitungen haben mit ihm gesprochen.

Die Arbeit auf internationalem Parkett ist Ihnen mehr als vertraut. Was schätzen Sie daran?

Man lernt andere Kulturen, andere Lebenskonzepte und viele Orte kennen. Durch den Blick über den Tellerrand kann man sein eigenes Leben aus einer ganz neuen Perspektive sehen. Das finde ich manchmal sehr hilfreich. Ich erkenne aber auch immer wieder, dass es bei uns in Oberbayern schon besonders schön ist.

Zum Tag der Freundschaft sind Sie kürzlich mit vielen Künstlern aus unterschiedlichen Ländern aufgetreten – von den Cairo Steps bis hin zu Kiko Pedrozo aus Paraguay. Entstehen hier feste Freundschaften, und bringt Ihnen das auch Inspiration für neue Projekte?

Musik hat viel mit intensiven Gefühlen zu tun. Wenn Musiker zusammen ein Konzert spielen, dann ergibt sich daraus oft eine sehr emotionale Verbindung. So sind einige meiner Freundschaften entstanden – hinweg über religiöse oder politische Schranken. Auf unserer Tournee war zum Beispiel ein Flötenspieler aus Bagdad dabei. Wir haben uns viel ausgetauscht, gut verstanden und gründeten eine Whatsapp-Gruppe, in der wir uns immer gegenseitig Witze schicken.

Zur Vorbereitung des Eröffnungskonzertes zur Pharao-Ausstellung im Lokschuppen reisten Sie durch Ägypten. Was haben Sie neben der Musik mit nach Hause genommen?

Erstens die Erfahrung, dass es in den arabischen Ländern viele freundliche und hilfsbereite Menschen gibt und dass wir uns durch oft einseitige Negativ-Meldungen in den Medien nicht abschrecken lassen müssen, etwa durch Ägypten zu reisen.

Zweitens Inspiration für neue musikalische Abenteuer: Im Herbst veröffentliche ich ein neues Album mit dem Titel „Mocca Swing“. Ich stelle es am 16. November. im Kuko in Rosenheim vor und werde dafür das Münchner Rundfunkorchester mitbringen.

Auf der Reise spielte Ihr Ensemble in den Tempelanlagen von Luxor. Kann das noch getoppt werden?

Ja, das war fantastisch. Aber ein Open Air am Simssee oder ein Konzert beim Alten Wirt in meinem Heimatdorf Riedering ist mindestens genauso schön.

Der Dichter Victor Hugo sagte einmal: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ Wie würden Sie den Satz ergänzen?

Musik ist eine harmonische Parallelwelt, in die man sich ab und zu getrost aus dem Alltag zurückziehen darf.

Interview rr

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