Schnaitsee/Waldhausen – „Es war zu Beginn meiner Ausbildung in der Holzschnitzerschule in Berchtesgaden mein persönliches Ziel, dass ich nach der dreijährigen Ausbildung einen lebensgroßen Akt schnitzen kann“, begründet der Waldhauser Holzkünstler Jørgen May seine Arbeit „Take your broken heart and make it into art“. Der junge Künstler, der jetzt ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe angeht, stellte in den letzten drei Jahren die Bildhauerei, vor allem mit der Anatomie des menschlichen Körpers, in den Vordergrund. „Es gab in dieser Zeit einfach nichts anderes. Perfekt unterstützt wurde ich von meinem Klassenleiter, dem Bildhauer Walter Ziegler. Ohne sein Zutun und ohne sein Wissen, das er mir vermittelte, hätte ich dieses Ziel nie erreicht.“
Im Künstlergespräch in der „Artworld“ in Waldhausen erläuterte er seine Akt-Skulptur. Sie wurde aus einem Stamm Pappelholz mit zwei Kubikmetern geschnitzt. „Das Pappelholz lässt durch seinen weichen und leichten Aufbau viele Techniken zu, die bei Harthölzern mühseliger und zeitaufwendiger wären“, so May. Aus diesem Grund wiegt die Figur auch nur 50 Kilogramm. „Überwiegend verwende ich weiche Hölzer für meine Skulpturen, da ich dabei zügig vorankomme und so meine jeweilige Stimmung auf die Arbeit am besten übertragen kann.“ Dazu sagte er, dass sich für dieses Werk ein Freund ohne Hemmungen oder Scheu vor der späteren Publikation als Modell zur Verfügung gestellt hatte. „Insgesamt habe ich für diese Arbeit 230 Stunden aufgewendet. Für die farbliche Gestaltung habe ich Acrylfarben verwendet.“ May wurde erst kürzlich bei der Großen Wasserburger Kunstausstellung mit dem Preis „Junge Kunst 2017“ ausgezeichnet. Die Nachfragen beim Künstlergespräch zu seiner Arbeit waren groß. May konnte sich über einen Mangel an neugierigen Gesprächspartnern nicht beklagen.
Der lebensgroße Akt steht im Galeriecafé der „Artworld“ und wird wegen des großen Interesses auch noch an diesem Wochenende, Samstag und Sonntag, zwischen 13 und 18 Uhr ausgestellt sein. Daneben können sich die Besucher auch die weiteren Werke Mays im Skulpturenpark und die Kunstwerke des Metallkünstlers Georg Mayerhanser, darunter auch „Storchenflug“ und das neueste Werk „Enge(l)Beziehung“, ansehen. jju