Unterwegs auf dem Salzalpensteig

von Redaktion

Bereits vor dem Kultur- und Kongresszentrum in Rosenheim fallen sie auf, die neuen Wanderweg-Beschilderungen in Gelb mit schwarzer Schrift: „SalzAlpenSteig“ steht darauf. Es handelt sich hier um den Zubringerweg von Rosenheim nach Prien für die neue Fernwanderroute zwischen dem Chiemsee und dem Hallstätter See im Salzkammergut. 18 Etappen sind es, die die Wanderer von West nach Ost und vom Chiemgau nach Österreich zurücklegen. Die Autorin Renate Flori, die bereits über die „Via Francigena“ geschrieben hat, beschreibt Weg und Wissenswertes entlang der Strecke. „Auf Gold kann man verzichten, nicht aber auf Salz“ – diesen Spruch kennt man schon seit vielen Generationen. Die Geschichte des Salzhandels ist eine Geschichte des Wohlstands und prosperierender Ortschaften und Regionen, nicht zuletzt geht die Gründung der Stadt München auf den Salzhandel zurück, wie die Autorin anmerkt. Von Prien nach Rottau führt die erste Etappe der eher gemütlichen und mäßig anspruchsvollen Fernwanderung, die eher genussorientierte Wanderer anspricht als sportliche Bewältiger möglichst vieler Höhenmeter und Gipfel. Der Reiz der Tour liegt somit auf den kultur- und wirtschaftsgeschichtlichen Details, die sich entlang der Strecke immer wieder offenbaren. Bereits der Start der Variante in Rosenheim ist industriegeschichtlich bedeutsam, denn hier stand die Rosenheimer Saline, zu der über die langen Rohrleitungen – Elemente davon sind im Holztechnischen Museum ausgestellt – quer durch den Chiemgau die Sole gepumpt wurde. Eine erste museale Station auf der Strecke ist das Museum Klaushäusl kurz vor Grassau, auch als „Solepumpenmuseum“ bekannt. Übernachtungen am Berg wie in der Brachtalm an der Nordseite des Hochgern wechseln mit Übernachtungen im Tal. Über Ruhpolding, Reichenhall und Ramsau schlängelt sich die Tour bis ins Salzkammergut, wo die Wanderung in Gosau und am Hallstätter See ein landschaftlich grandioses Finale erfährt. Die Autorin versteht es hervorragend, reine Wegbeschreibung und Informatives entlang der Route zu verknüpfen, sodass man auch unabhängig vom Wandern viel Wissenswertes zum Salzhandel erfährt.

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Renate Flori: „Salzalpensteig“, Bergverlag Rother, 160 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Wanderkärtchen und GPS-Daten-Service, ISBN 978-3-7833-4505-2, 14,90 Euro. afr

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