„Hüperbel“ aus Thüringen sang mit Russenmütze ein Liebeslied auf Putin.
Angela Ascher hatte einen kurzen Power-Auftritt.. Fotos Janka
Die „Stianghausratschn Rosi“ zeigte mit ihren Puppen, was eine echte Männergrippe ist.
Rosenheim – Gleich drei Frauen traten bei „Rolfs Kleinkunstbrettl“ im „Happinger Hof“ in Rosenheim auf – nacheinander, nicht miteinander. Bei allen Dreien standen die Tücken und Untiefen des Alltags im Vordergrund, die in Texten, Gedichten und Liedern gemeistert wurden.
Die junge und sympathische Isabel Arnold aus Thüringen tritt als „Hüperbel“ auf und hat ihre Gitarre dabei. Sie demonstriert ihren bayerischen Integrationsauftrag, indem sie einen Jodelsong anstimmt.
Liebeslied auf Putin
Witziger ist ihr Liebeslied auf Putin: „Putin, es kommt das Blut in mir!“ In einem Lied sinniert sie darüber, dass sie lieber ein kleines Mädchen bleiben würde als sichtbar zu altern und sich die Hüfte operieren zu lassen („An sieben Krücken muss ich geh’n“), in einem anderen Lied besingt sie ironisch das Sanifair-Wertbon-System: „Pissen ist Macht.“
Die Ilse Aigner
vom Nockherberg
Angela Ascher, die Schauspielerin, die als Double von Ilse Aigner auf dem Nockherberg bekannt geworden ist und gerade für die neue Serie „Über Land“ mit dem Regisseur Franz Xaver Bogner in Berchtesgaden Dreharbeiten hat, hatte einen relativ kurzen Power-Auftritt mit gekonnt gesetzten Pointen. Was tut Frau, wenn der Mann sie auffordert, ganz wilde Frau zu sein – von acht bis zehn Uhr? Ausgiebig und makaber schilderte sie ihr Leben als Mutter von auf Reisen kotzenden Kindern und definierte dann, was „soziosexuell“ sei: Wenn sie sagt, sie liebe die Toskana, sagt der sie liebende Mann nicht: „Schön, fahren wir hin!“, sondern: „Koa Problem – i kaaf’s dir!“
Roswitha Spielberger alias „Stianghausratschn Rosi“ hatte, da sie aus Aßling stammt, einen Heimauftritt und nutzte dies, um das Publikum miteinzubeziehen.
Heimspiel für die Stianghausratschn
Sie sang ein Lied über ein Paar, das sich heut mal nicht mag: ein großer Kübel voller Schimpfwörtern ergoss sich über das ausgesuchte Paar aus dem Publikum. Über ihren Sohn machte sie sich Sorgen, weil er sich nie mit seiner Freundin namens Siri trifft. Sie lästerte singend über ihren Mann, der nachts schnarcht und tagsüber nie was wegschmeißt. Mit zwei großen Puppen zeigte sie, was eine rechte Männergrippe ist, die sofort weg ist, wenn die Schafkopfpartner rufen. Sie verabschiedete sich mit einem Aldi-Liebes-Song („Aldi, du meine Heimat, mein Lebenselixier!“), dessen Refrain die vielen Zuhörer begeistert mitsangen.