Bad Feilnbach – Die evangelische Kapelle zum Guten Hirten in Bad Feilnbach ist mit ihrer Rundform ein idealer Konzertraum für das „Ensemble Con Anima“, das Barockmusik bot. Sowohl die Stimme der Sopranistin Elisabeth Daiker als auch der Klang der Blockflöten von Irmgard Bürgle konnte sich ungehemmt entfalten.
Für eine Sonate von Dario Costello (um 1600 bis 1685), dessen Musik als erfinderisch und kontrastreich beschrieben wird, wählte Irmgard Bürgle eine Sopranblockflöte, deren hochstrahlenden und durchdringenden Klang die Kapelle erfüllte. Mit großer Agilität gestaltete die Flötistin den technisch anspruchsvollen Part.
Der hochfrequenzige Sopran von Elisabeth Daiker fließt frei, wird in der Höhe etwas scharf und wird bisweilen von ihrem reichhaltigen Tremolo überflutet. Aber ihre Diktion ist sauber und ihre Artikulation sehr klar. Beiden Künstlerinnen wünschte man sich ab und zu eine Spur schmiegsameres Piano.
Stilsicher und gewandt und absolute Sicherheit gebend begleitete Kaori Mune-Maier an der Orgel und präsentierte sich auch als Solistin im „Vater unser“ von Georg Böhm (1661 bis 1733), das in reizvoller Registrierung die Melodie im Diskant deutlich von den dunkel-weichen Farben des Generalbasses abhob.
Jubilierend waren die Arien „Singet dem Herrn“ von Dietrich Buxtehude (1637 bis 1707) und Tarquinio Merula (1595 bis 1665), der meist als Domkapellmeister in Cremona wirkte. Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767) komponierte, wie die Solistin sagte, für Andachten im privaten Rahmen unter dem Titel „Harmonischer Gottesdienst“ zahlreiche lyrische Kammerkantatenkonzerte. Zwei aus der Reihe davon erklangen hier, es sind ausgedehnte dreiteilige Arien mit eingeschobenen Rezitativen.
Die Arie „Höchster, was ich habe“ aus der Kantate Nr. 39 von Johann Sebastian Bach wurde von der Sopranistin verhalten deklamiert, in der Arie „Das zitternde Glänzen der spiegelnden Wellen“ aus den Brockes-Arien von Georg Friedrich Händel klangen die plätschernden Wellen schön lautmalerisch in zärtlich-gelöster Stimmung. Händel hatte diese neun deutschen Arien auf Gedichte aus der Sammlung „Irdisches Vergnügen in Gott“ von Barthold Heinrich Brockes (1680 bis 1747) komponiert.
Für den herzlichen Beifall der Zuhörer, die den Arien aufmerksam und teilweise versunken gelauscht hatten, bedankte sich „Con Anima“ mit der Jubel-Arie „Meine Seele hört im Sehen“, wieder von Händel.