Landkreis Traunstein

Torfbahnhof und Exter-Haus

von Redaktion

Landkreis Traunstein – Die Kehrseite von „Macht und Pracht“ ist in der Gemeinde Grassau zu sehen.

Grassau

Der Torfbahnhof nahe Rottau entstand in Notzeiten. Torfabbau in Rottau war die Arbeit der Gefangenen und Armen. Das Museum Torfbahnhof Rottau öffnet seine Tore und zeigt seinen Besuchern im Rahmen von Führungen das Moor-und Torfmuseum, das Industriedenkmal Torfbahnhof und fährt die Besucher mit der Feldbahn über das Gelände. Beginn der Führungen ist um 11,, 14 und 16 Uhr. Weitere Führungen bei Bedarf. Der Eintritt ist frei.

Übersee

Zum Denkmaltag hat auch zum Saisonschluss nochmals das Exter-Haus in der Feldwies geöffnet. 1554 erstmals urkundlich erwähnt wurde das heutige Exter-Haus, ein kleines Bauernanwesen im Überseer Ortsteil Feldwies. Das einfache Holzhäusl löste vermutlich im 17. Jahrhundert ein gemauerter Bau ab. Am Denkmaltag, 10. September, können interessierte Besucher zwischen 10 und 19 Uhr bei freiem Eintritt sehen, wie sich das Haus im Laufe der Zeit gewandelt hat. 1584 übernahm eine Familie Pemler das Anwesen. Ab 1722 lebten die Familien vom Stricken. 1787 gehörte es einem „Bärtlmä Hartinger, Strickermeister, bürgerl. Kramersohn von Felden“. Bis 1899 blieb es bei der Familie Hartinger, ehe es an Walburga Jrdetzberger, eine Zimmermannswitwe von der Fraueninsel, überging. Nach ersten Sommern am Chiemsee ab 1898 erwarb der Kunstmaler und Bildhauer Professor Julius Exter (1863 bis 1939) den früheren Bauernhof „Haus Nr. 36“, später „Blumenweg 5“, und weitere Grundstücke zum Preis von 5700 Mark. Das Haus wurde Sommerdomizil der Familie und Zentrum der Malschule. Dazu wurde es in den Folgejahren gründlich umgebaut. Im Ersten Weltkrieg entging das Anwesen des verarmten Künstlers nur knapp der Versteigerung. Exter lebte ab 1917 mit seiner Frau und seinen zwei Kindern dauerhaft in Feldwies. Nach dem Tod des Künstlers 1939 blieben Ehefrau Judith Anna und Tochter Judith weiter in dem bescheidenen Hof wohnen. Mit dem Tod der Tochter 1975 ging das Anwesen an den Freistaat Bayern über, seit 1980 führt ein kleiner Verein das Künstlerhaus Exter als Museum und Galerie. Das denkmalgeschützte Haus samt Nebengebäude wurde von der Schlösserverwaltung seither aufwendig saniert und restauriert. Der einstige Künstlergarten entstand Ende der 1990er-Jahre wieder neu.

Mit Museumsdirektor a. D. Dr. Elmar Schmid, der ehrenamtlichen Leiterin des Hauses, Monika Kretzmer-Diepold, und mehreren Restauratorinnen stehen den Besuchern fachkundige Ansprechpartner Rede und Antwort. Heuer ist die Ausstellung „Julius Exter – Wasser, Berge, Wolken“ zu sehen. Geöffnet ist das Anwesen mit Künstlergarten am 10. September von 10 bis 19 Uhr bei freiem Eintritt.

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