Prien – Unter dem Titel „Geschichten vom Glück“ hatte die Märchenerzählerin Annette Hartmann ihr Programm in der Priener evangelischen Christuskirche angekündigt. Wer dahinter etwa Esoterisches vermutete, wurde angenehm enttäuscht. Die Geschichten waren vielmehr sehr pragmatisch, auch wenn sie teilweise aus fernen und geheimnisvollen Ländern wie China stammten. Da gab es Geschichten von armen Reisbauern und von mächtigen Kaisern und Königen, aber auch sprechende Vulkane kamen vor. Wo immer die Geschichten sich ereigneten, stellte sich stets die Frage: Was ist Glück?
Zumeist stellte sich heraus, dass Glück und Unglück nicht zu trennen ist. Es kommt immer auf die jeweilige Sichtweise an. Manchmal genügt es, das Schicksal zu akzeptieren und manchmal liegt das Glück am Wegesrand.
Bei Annette Hartmann gaben sich Glückspilze und Pechvögel die Ehre und die Erzählerin holte sie aus den verborgensten Winkeln der Erde. Manchmal ähnelten die Geschichten Legenden, dann wiederum kamen sie in Verbindung mit einer Leberwurst daher.
Annette Hartmann erzählte sie lebhaft und mit großer Gestik und sehr oft witzig und humorvoll. Die Zuhörer erkannten, dass das Sprichwort „Jeder ist seines Glückes Schmied“ gar nicht so abwegig ist.
Ebenso kurzweilig war die Musik zwischen den Geschichten. Stefan Fußeder am Akkordeon und Herbert Walter an der Gitarre begeisterten die Zuhörer mit internationalen Kompositionen, temperamentvoll und virtuos als Duo oder Herbert Walter solistisch träumerisch als Gitarrensolist.
Das begeisterte Publikum erklatschte sich Zugaben. Jeder Zuhörer erhielt zum Schluss einen weisen Spruch aus der Glücksdose. So lautet eine Zen-Weisheit: „Das Leben birgt viele Umwege in sich. Die Kunst besteht darin, dabei die Landschaft zu bewundern“.