Heimatmuseum Prien

„Ludwig Thoma – Mensch, Mythos, Marke“

von Redaktion

Ausstellung zum 150. Geburtstag

Prien – Ludwig Thoma gilt vielen immer noch als „Bauernpoet in Lederhose“. Gleichzeitig ist er aber auch Verfasser von antisemitischen Hetzartikeln und jovialer Frauenheld. Das sind nur drei Seiten von Ludwig Thoma. Je näher man sich aber mit dem Schriftsteller beschäftigt, desto widersprüchlicher, facettenreicher und perspektivreicher wird das Bild über ihn.

Anlässlich seines 150. Geburtstags ermöglicht die Sonderausstellung „Ludwig Thoma – Mensch, Mythos, Marke“ im Heimatmuseum Prien, die für die Bezirksheimatpflege von Oberbayern erarbeitet wurde, nun einen neuen Blick auf den Autor und Menschen Thoma. Sie wird am Donnerstag, 21. September, 19 Uhr, eröffnet.

Einerseits verdichtet die Ausstellung die Klischeebilder über Thoma, andererseits hinterfragt sie das vermeintlich Wohlbekannte und Allgemeingültige. Ludwig Thoma soll hierbei nicht verteufelt werden, aber auch nicht reduziert auf den Pfeife rauchenden Bauerndichter in der Lederhose.

Der Besucher soll sich am Ende selbst die Antwort auf die Frage geben: „Wer ist Ludwig Thoma (für mich)?“ Damit das möglich ist, haben die Kuratorinnen Katharina Osterauer und Slávka Rude-Porubská die Ausstellung mit vielen Originaldokumenten, Fotos, Briefen und frühen Ausgaben der Bücher Thomas bestückt.

Der Besucher lernt Ludwig Thoma als Schriftsteller und Journalist, als Frauenheld, aber auch in seiner Beziehung zu Heimat und Religion kennen. Darüber hinaus geht es um die mehr als 100 Jahre andauernde Rezeption, wie Ludwig Thoma zu einem „bayerischen Mythos“ und schließlich sogar zur Marke wurde.

Die Ausstellung im Heimatmuseum Prien ist bis zum 29. Oktober dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

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