Traunstein – Zu Recht war das große Eröffnungskonzert der Zither-Musiktage mit „Faszination Zither“ überschrieben. Im voll besetzten großen Rathaussaal wurde eindrucksvoll demonstriert, dass die Zither keineswegs nur für die Volksmusik geeignet, sondern auch für klassische Musik, Pop und andere moderne Strömungen sowie als Begleitinstrument.
Der Zithervirtuose Willi Huber aus München, Präsident und musikalischer Leiter des Landesverbands Zither in Bayern, führte durch das Programm. Für das Zustandekommen der Zither-Musiktage in Traunstein dankte Huber vor allem Peter Graspeuntner für seine unermüdliche Organisationsarbeit. Zusammen gaben sie das irische Stück „Londonderry Air“ auf zwei Zithern zum Besten.
Den Anfang des Konzerts machten dann die Siegsdorfer Sänger mit Sepp Berthold, Hans Mader, Hans Ramstötter und Sigi Brandl, einfühlsam auf der Zither begleitet von Peter Graspeuntner. Mit harmonisch zusammenklingenden Stimmen gaben sie echte bayerische Volksmusik zum Besten. Große Begeisterung erntete auch das Further Trio aus Furth im Wald mit einem schwungvollen Konzertlandler oder der Gretchen-Polka in fein aufeinander abgestimmtem Zusammenspiel. Die vertraute „almerische Musi“ vertrat die Boarische Almmusi mit Manfred Wörnle (Zither), Albert Lahner (Konzertgitarre) und seiner Frau Simone (Zither). Technisch versiert mit großem Können und Hingabe an die Musik spielten sie zum Beispiel das „Myrthenkranzl“ oder „Fürs Herz“ aus der Feder von Manfred Wörnle.
Eine ganz andere Musikrichtung, nämlich eigene Interpretationen von Rock- und Popliedern, gab Bettina Obermeier mit ihrem vollen warmen Mezzosopran, wobei sie sich selbst an der Zither begleitete. Ein selbst geschriebenes bayerisches Liebeslied war ebenso zu hören wie ein gefühlvoll lyrisch interpretiertes Lied der österreichischen Gruppe Seer.
Dass sich die Zither aber auch als Instrument für klassische Musik eignet, stellte Willi Wimmer eindrucksvoll mit einigen Solostücken an der Zither unter Beweis, so dem Lied „An den Abendstern“ aus Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ oder dem von Huber selbst komponierten Stück „Valse capricieuse“. Nach dem langen Applaus spielte das Further Trio noch ein Stück aus dem Böhmerwald.