Rosenheim – Ab Freitag, 13. Oktober, wird in Rosenheim wieder Kleinkunst groß geschrieben. Zum 33. Mal holt der Förderverein Jugendarbeit Rosenheim (FJR) in Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring und dem Stadtjugendamt Show-Größen und Nachwuchstalente der regionalen und bundesweiten Musik- und Kleinkunstszene in die Stadt. Im Gespräch mit unserer Zeitung plaudert Organisator Sepp Hirle aus, was er in den vergangenen Jahrzehnten mit den Künstlern schon so alles erlebt hat, was die Zuschauer heuer erwartet und was er sich für die Zukunft dieser Veranstaltungsreihe noch wünscht.
Warum wurden die Rosenheimer Kleinkunsttage vor 33 Jahren überhaupt ins Leben gerufen?
Sepp Hirle: Für die Jugend war damals in unserer Stadt kulturell noch viel zu wenig los. Das wollte Hans Opperer, der damalige Geschäftsführer des Stadtjugendrings, ändern. 1995 hab dann ich die Organisation übernommen.
Hat sich das Programm mit den Jahren verändert?
In den Anfangsjahren gab es Kabarett, Musik, Theater und Literatur. Die Literatur ist mittlerweile nicht mehr dabei, weil unsere Städtische Bibliothek da sehr gute Arbeit leistet und viele Lesungen anbietet. Dafür kam die Comedy dazu.
Was kommt bei den Besuchern besonders gut an?
Nach wie vor anspruchsvolles Kabarett. Aber damit kann ich keine 14 Tage füllen. So viele gute Kabarettisten würde ich gar nicht bekommen. Außerdem ist es natürlich wichtig, eine große, kulturelle Bandbreite zu bieten, um möglichst viele Besucher anzusprechen.
Was ist das Besondere an der Kleinkunst?
Kleinkunst bietet große Kunst in kleinem Rahmen. Zu uns kamen und kommen viele Künstler, die spielend große Hallen fühlen. Doch eine große Halle bringt auch immer eine große Distanz zwischen Künstler und Publikum. Bei der Kleinkunst aber kommt man sich nahe. Das sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre auf beiden Seiten.
Wenn man den Künstlern so nahe kommt, erlebt man doch sicherlich so einiges?
Ja, das stimmt. Da gab es auch schon für mich als Organisator viel Lustiges. Der Kabarettist Werner Schneider hatte beispielsweise nach seinem Programm in unserem Festival-Cafè noch so viel Spaß, dass er am Schluss Probleme hatte, überhaupt noch ins richtige Hotel zu finden. Die österreichische Tour der „Langen Nacht des Kabaretts“ versprach für ihren Auftritt bei uns, entsprechend dem Motto, so lange zu spielen, wie das Publikum es wünscht. Tatsächlich wurde es dann für den harten Kern 4 Uhr am Morgen. Gespielt wurde am Schluss sogar noch beim Jugendfreizeitgelände am Happingerausee, weil die Bandmitglieder es so schön fanden, wie dort gerade der Nebel aufstieg.
Zu den großen Namen in diesem Jahr zählt Claudia Korek. Sie könnte sicherlich auch das Ballhaus füllen, kommt aber lieber auf die Bühne im Lokschuppen. Warum?
Claudia Koreck trat bereits vor zehn Jahren einmal bei den Rosenheimer Kleinkunsttagen auf. Damals kannte sie noch kaum jemand. Jetzt hat sie sich gewünscht, noch einmal dorthin zurückzukehren, wo einst ihre Karriere begann.
Die Rosenheimer Kleinkunsttage haben sich ja schon des Öfteren durch ein gutes Gespür für Talente ausgezeichnet. Wie funktioniert eigentlich die Suche nach geeigneten Künstlern?
Ich bin das ganze Jahr über unterwegs und schaue mir verschiedenste Programme im ganzen Land an. Mit den Jahren kennt man sich in der Szene immer besser aus. Natürlich muss dann auch noch der finanzielle Rahmen stimmen. Unser Vorteil ist, dass die Rosenheimer Kleinkunsttage mittlerweile schon einen so guten Ruf haben, dass viele Künstler sehr gerne zu uns kommen und das auch mehrmals.
Welche Künstler würden Sie noch gerne nach Rosenheim holen?
Da fallen mir auf Anhieb noch viele ein. Besonders freuen würde ich mich über Urban Priol. Der ist meiner Meinung nach ein begnadeter Kabarettist, aber genau deswegen auch enorm gefragt. Aber immerhin haben wir heuer Max Uthoff im Programm, und der kommt mit seinem Können Urban Priol schon sehr nahe.
Interview: Karin Wunsam