„Jekyll & Hyde“: Regisseur Sebastian Kiesser und HauptDarsteller Lukas Gahabka im Gespräch

„Eine große Aufgabe und viel Spaß“

von Redaktion

Rosenheim – Die monatelange Probenarbeit von gut 60 jungen Leuten hat ein Ende: Am Samstag gab es die erfolgreiche Vorpremiere zum Musical „Jekyll & Hyde“ (Bericht folgt). Die eigentliche Premiere ist für Samstag, 14. Oktober, geplant. Auf die Beine gestellt hat das Musical das Ensemble „Innszenierung“, eine Gruppe von Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 22 Jahren aus Rosenheim und Umgebung, gemeinsam mit dem Jugendorchester „Die Arche“ unter der Leitung von Reiner Heilmann. Die OVB-Heimatzeitungen haben Regisseur Sebastian Kießer und Hauptdarsteller Lukas Gahabka gefragt, was es bedeutet, so eine Produktion auf die Bühne zu bringen.

Sie haben da ja eine Riesentruppe. Wie viele Leute sind denn dabei?

Sebastian Kießer: Wir haben 33 Sänger im Chor und in den Rollen und das Orchester „Die Arche“ ist mit rund 30 Musikern beteiligt.

Wann haben Sie mit den Proben begonnen?

Sebastian Kießer: Wir proben seit Mai jedes Wochenende zweimal und in den Ferien haben wir eine ganze Probenwoche eingelegt.

Ein Musical zu inszenieren ist ja deutlich aufwendiger, als ein Theaterstück auf die Bühne zu bringen. Warum also Musical?

Sebastian Kießer: Vor zwei Jahren wollten wir etwas Neues ausprobieren und haben „Jesus Christ Superstar“ gespielt. Und weil das so gut geklappt hat, haben wir uns wieder getraut. Es ging auch darum, etwas ganz anderes auszuprobieren und dabei über sich hinauszuwachsen.

Lukas Gahabka: Es ist zwar tatsächlich eine Riesenarbeit, Gesang und Schauspiel zusammenzubringen, aber wenn man das Ergebnis dann sieht, hat es sich einfach gelohnt – und es hat auch noch Riesenspaß gemacht.

Was ist denn für einen Regisseur die besondere Herausforderung bei einem Musical?

Sebastian Kießer: In meinen Augen ist es mehr Musiktheater. Mein Fokus liegt klar auf dem Schauspiel. Bei der Musik geht es eher darum, Emotionen zu vermitteln.

Lukas Gahabka: Ich glaube, „Jekyll & Hyde“ ist da ein guter Spagat. Das Musical hat sehr viele Lieder und dazwischen mit Musik unterlegten Textstellen. Ein Musical hat in meinen Augen aber auch den Vorteil, dass es einfach mehr zieht: Das interessiert von Haus aus viele Zuschauer.

Sebastian Kießer: Musical hat noch einen weiteren Vorteil: Es ist mit einem enorm großen Probenaufwand verbunden und dadurch kommen wir automatisch zu einer besseren Qualität. Und der Probenaufwand war tatsächlich riesig. „Jekyll & Hyde“ ist vom Ablauf her ein schwieriges und sehr komplexes Stück mit vielen Szeneriewechseln und Übergängen. Wir haben das wirklich 1000-mal geprobt, damit alles klappt.

Das klingt nach enorm viel Arbeit.

Lukas Gahabka: Das Stück auf die Beine zu stellen, war wirklich eine große Aufgabe. Es war ja nicht nur die ganze Probenarbeit: Dramaturgie, Maske, Regieassistenz – manche Beteiligte haben mehr als 20 Stunden Arbeit in der Woche investiert. Sogar das Reservierungssystem, mit dem man sich online Karten sichern kann, haben wir selbst programmiert. Und bei dem Jugendorchester „Die Arche“, das uns musikalisch begleitet, war der Aufwand sicher nicht geringer.

Sebastian Kießer: Der Organisationsaufwand war tatsächlich enorm. Allein schon, um sicherzustellen, dass in den Proben alle Leute da sind, die man braucht, um eine vernünftige Probe durchführen zu können. Am Anfang haben wir da geschwächelt, aber seit der Sommerpause haben wirklich alle gut mitgezogen.

Die Geschichte von Dr. Jekyll und Mister Hyde ist ja eher eine düstere. Was gab den Ausschlag für diesen Titel?

Lukas Gahabka: Wir wollten ein Musical machen, das nicht so bekannt ist und tatsächlich kennen viele Leute auch den Roman von Robert Louis Stevenson nicht. Mich hat die Figur, die zwei verschiedene Persönlichkeiten in sich trägt, gleich fasziniert. Das ist ein Traum, so etwas spielen zu dürfen – mit zwei unterschiedlichen Stimmen oder Gehstilen. Das macht wahnsinnig viel Spaß.

Sebastian Kießer: Ich kannte die Geschichte, weil ich in der Schule den Roman einmal vorgestellt habe. Das ist einfach eine Handlung, die man als Regisseur gut aufbereiten kann. In meinen Augen geht es nicht um den Gegensatz guter Mensch, böser Mensch. Es ist vielmehr so, dass Jekyll das Böse immer schon in sich trägt. Als er Hyde entfesselt, nutzt er ihn, um seine, also Jekylls Interessen, zu verfolgen. Doch als Jekyll Hyde schließlich stoppen will, muss er erkennen, dass es zu spät ist. Ich finde auch super, dass Lukas sich für die Rolle die Haare hat wachsen lassen. Mit Perücke wäre der Effekt sicher nicht so gut gewesen.

Eigentlich studieren Sie ja Physik. Was macht denn das Studium?

Sebastian Kießer: Das läuft eigentlich gut, ich habe sogar ein paar Prüfungen gemacht (lacht). Ich kann das auch gut trennen: Studieren in München, Musical daheim, das funktioniert. Ich mache nebenbei aber auch noch Regieassistenz am Gärtner- platztheater.Interview: Klaus Kuhn

Termine

Aufführungstermine sind am Samstag, 14. Oktober, (Premiere) sowie am Freitag, 20., Sonntag, 22., und Samstag, 28. Oktober, immer um 19.30 Uhr in der Aula des Ignaz-Günther-Gymnasiums Rosenheim. Der Eintritt ist frei. Spenden sind herzlich willkommen. Platzreservierungen sind online möglich unter www.INNszenierung.de.

Artikel 2 von 2