Beim „Erntedank“ in Erl trifft Klassik auf Volksmusik

von Redaktion

Auftakt für das Festspielwochenende ganz im Zeichen Mozarts

Erl – Es ist nur ein Nebensatz von Intendant Gustav Kuhn – und doch prägt der Maestro damit die neue Veranstaltungsreihe „Erntedank“ im Festspielhaus Erl: Mit Blick auf Mozarts Jupiter-Sinfonie betonte er, Gott selbst habe wohl den Komponisten Mozart als Werkzeug für seine Musik benutzt. Der glänzend aufgelegte Maestro verband am Eröffnungsabend „Erntedank I“ eindrucksvoll klassische Musik mit echter Volksmusik. Dass ohne einander alles nichts wäre, das bewiesen vor ausverkauftem Haus das Terzett Lerchenschnabl, das Ensemble Hans Berger, Tenor Ferico Butazzo, die Mezzosopranstin Alena Sautier, die Pianisten Yuna Saito und Emanuele Lippi sowie das Orchester der Tiroler Festspiele Erl.

Man ist versucht, sich Mozart im Festspielhaus vorzustellen. Was würde er wohl zu dieser Kombination sagen? Er hätte ob der entwaffnenden Schlichtheit des Auftritts aller wohl seine wahre Freude gehabt. Wann erlebt man schon ein so tiefenentspanntes Orchester, dessen Musiker zum Zitherklang sachte mitwippen, einen Maestro, der galant Damenhände küsst, und Solisten, die mit größter Hingabe die von Eifersucht bis hin zu tiefster Liebe reichende Bandbreite der Gefühle darbieten?

Als Herzstück erwies sich das von der Klarinettistin Karin Mischl samtweich interpretierte Adagio aus dem Klarinettenkonzert in A-Dur KV 622 – eine Hommage an Mozart, der dieses Instrumentalwerk zwischen 28. September und 7. Oktober 1791 – also in seinem Todesjahr – geschrieben hat. Atemberaubende Klangformationen bildete das aus Kärnten stammende und mehrfach ausgezeichnete Gesangsterzett Lerchenschnabl.

Der „Erntedank“ in Erl sollte auch die Nachwuchsarbeit der Accademia di Montegral würdigen – „und dafür danken“, wie es Gustav Kuhn formulierte. Die jungen Künstler ließen sich von Mozarts Esprit leiten und musikalische Schönheit aufleuchten, ganz im Sinne Mozarts, der gesagt hat: „Den Himmel zu erringen ist etwas Herrliches und Erhabenes, aber auch auf der lieben Erde ist es unvergleichlich schön.“

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