Glasklar im Ansatz

von Redaktion

Der 85-jährige Weltklassetrompeter Dusko Gojkovic spielte im Heftersaal

Grassau – Jazz ist das Lebensthema des Startrompeters Dusko Gojkovic. Beim Konzert mit der „Teachers Groove Bigband“ im Heftersaal bewies er, dass er trotz seiner bald 86 Lebensjahre nichts von der Leichtigkeit und Brillanz seines Spiels verloren hat.

Das Konzert beginnt „In a Mellow Tone“ von Duke Ellington. 17 Musiker aus dem Umfeld der Musikschule Grassau um Bandleader und Schlagzeuger Michael Keul bringen gehörig Klangdruck in den Saal. Hochkonzentriert und aufeinander abgestimmt ist ihr Spiel. Schon ab dem zweiten Stück, „Lady be good“, eine Hommage an Hugo Straßer, präsentieren die Solisten der Band ihr Können, zuerst Markus Müller am Saxofon. Sänger Tobias Heinz überzeugt in „Around the World“ mit seiner kraftvollen Stimme und viel Gefühl. „Sway“ und „Moondance“ folgen.

Seine bald 86 Jahre sind Dusko Gojkovic nicht anzumerken, als er die Treppe zur Bühne hinauf steigt. „Summertime“ scheint wie für ihn und seine Trompete geschrieben: Ein ganz sauberer Ansatz, und dann klar und brillant der Trompetenton aus dem über die Jahre verbeulten Trompetendämpfer. Der Mann scheint in seinem Spiel aufzugehen, jedem Ton hinterher zu horchen. Schon das nächste von ihm selbst komponierte Stück „Samba Tzigane“ zeigt eine weitere Eigenheit des in Jugoslawien geborenen Musikers: den Einschlag der Balkanmusik. Für die Bigband ungewohntes Terrain, auf dem sie sich aber sicher präsentiert. Mit Josef Steiner am Baritonsaxofon liefert sich Gojkovic in „Night in Tunesia“ ein wunderbares Zusammenspiel. Von seinem Vorbild angefeuert, zeigen sich die heimischen Musiker gefordert. Die Leadtrompete von Heinz Dauhrer fällt immer wieder auf. Die zweite Hälfte des Konzertes eröffnet die Bigband mit „On the Sunny Side“. Es folgt eine Hommage an Frank Sinatra, überzeugend präsentiert von Sänger Tobias Heinz. „I’ve got you under my skin“ und „You‘re nobody till somebody loves you“, ehe Heinz mit „Mack the Knife“ schließt.

Von nun an gehört die Bühne wieder Dusko Gojkovic und seinem Trompetenspiel. „St. Germain de Prés“, „I remember Clifford“ und zum Schluss das grandiose „Snapshot“. Nach nur einer Zugabe klingt der Abend mit dem „Going home Blues“ aus. Es wäre noch für den ein oder anderen Zuhörer Platz gewesen im ordentlich besuchten, aber nicht ausgebuchten Heftersaal, um das Konzert eines Weltklassetrompeters zu hören.

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