Mit einer seltenen Lust am Spiel

von Redaktion

Gitarrenkonzert mit Corylus Avellana in Vogtareuth

Vogtareuth – Ein brillantes Benefizkonzert gab das Münchner Gitarrenquartett Corylus Avellana in der Pfarrkirche St. Emmeram in Vogtareuth. Andreas Gelbach, Oliver Ridderbusch, Andreas Lindae und Christian Leyh sind technisch hoch versiert, als Ensemble meisterhaft eingespielt und waren von einer seltenen Lust am Spiel getragen.

Mit einem Kabinettstück von Debussy („Collywog’s Cakewalk“) setzte das Quartett gleich eingangs Zeichen, die es bereits mit Händels Concerto grosso in G noch einmal überbot. Wie mühelos erklangen eine Stafette barock kaskadierender Läufe, die von Instrument zu Instrument leicht die Klangfarbe wechselten, und mit großer Bewegung deutlich abgesetzte Schlusskadenzen. Sein Gegengewicht hatte dieses erste Hauptstück später in Bachs Brandenburgischem Konzert Nr. 3., bei dem Andreas Gelbach den Improvisationspart des zweiten Satzes übernahm.

Ursprünglich für Gitarren komponiert waren im Programm einzig die „Gezeiten des Waldes“ von Anton Höger, eine vielfach lautmalerische Verlockung ins Klangdickicht. Sonst erlebten die Ohren manches Vertraute staunend noch einmal neu, die Klassiker aus Tschaikowskis „Nussknacker“-Suite ebenso wie die Pavane von Gabriel Fauré, selbst die gestreckten Melodiebögen der Klaviervariationen Op. 18b von Johannes Brahms konnten die vier über die Saiten hinweg wie auf einem einzigen Instrument mit demselben Atem weiterreichen.

Dass sich dieses Quartett immer wieder Zwecke sucht, denen es ein Benefizkonzert zukommen lässt, war ein seltenes Glück für den Vogtareuther Orgelbauverein, auch wenn sich nur rund 30 Zuhörer einfanden. Dafür sparten diese nicht mit Applaus und Spenden.

Das Münchner Quartett Corylus Avellana belohnte das mit zwei Zugaben, dem „Einzug der Königin von Saba“ aus Händels „Solomon“-Oratorium und mit einem ergreifenden Bruckner’schen „Locus iste“. re

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