Rosenheim – „War sein Friseur so vollgedröhnt, dass er ihn hat zum Troll geföhnt?“, nicht nur bei diesem Schüttelreim über Donald Trump schüttelte sich das Publikum der Rosenheimer Kleinkunsttage vor Lachen. Bekannt durch seinen amüsanten Wortwitz und seine polyglotte Sprachakrobatik schlug Ludwig Müller, österreichischer Kabarettist und Vorstand des Vereins Freunde des Schüttelreims, von Anfang an das Publikum in seinen Bann. Der begnadete Dauerredner plauderte in seinem neuen Programm „Absolute Weltklapse – eine Einweisung“ auf der Bühne im Lokschuppen über ADS und Psychosen, über Phobien und Yoga, über Meditationsworkshops und über den Menschen im Allgemeinen als „evolutionäres Mängelexemplar“. Mit verblüffender Leichtigkeit wechselt Müller in Dialekte oder Sprachen seiner Protagonisten, die der Alleinunterhalter voller Esprit in sein Programm einbindet. So bringt seine aus Franken stammende pragmatische Gattin Hilde ihren stets an Problemen tüftelnden Gatten und chaotischen Heimwerker immer wieder zum Verzweifeln.
Mühelos wechselt Müller die Themen, stellt scheinbar logisch die Verbindung zwischen SUV-Fahrern und Viehtransporten her, zwischen Politik, Medien und dem Recht jedes Menschen auf Informationsverweigerung.
Erster Porno auf Latein
Gespickt mit Kalauern und Schüttelreimen inszeniert Müller eine neue Folge der Rosenheim-Cops am Wörthersee, verfasst den ersten Porno auf Latein und brilliert mit seinen Sprachkenntnissen als Marie Antoinette auf dem Schafott. Teils skurril, amüsant, stets unterhaltsam – so präsentierte sich Ludwig Müller den gesamten Abend, und sein grandioses Finale mit „Massenkarambolage“ macht klar – das ganze Leben ist „Absolute Weltklapse“.