Rosenheim – „Träum weiter“ empfahlen „Die drei Damen“ ihrem Publikum bei den Kleinkunsttagen in Rosenheim in ihrem Programmtitel. Diese drei Damen sind alle studierte Jazz-Musikerinnen und die Sängerin Lisa Wahlandt ist die bekannteste von ihnen. „Le Pirate“-Besucher kennen sie seit ihren zahlreichen Auftritten dort, auch in der Stadtbibliothek war sie zu hören und natürlich weit über ihre Heimat hinaus in Formationen und auf Tonträgern mit Musikern wie Mulo Francel, Martin Kälberer oder Roberto di Gioia. In Christiane Öttl (Bass und Gitarre) und Andrea Hermenau (Piano) hatte sie sich kongeniale Begleiterinnen erwählt. Ihre dritte gemeinsame CD zusammen ist in Vorbereitung.
Mit „You make me high“ stiegen die Damen in jazzigem Sound in den Abend ein, und die zwei Instrumentalistinnen ergänzten sich mit Lisa Wahlandt auch zum stimmigen Dreigesang. In ganz besonderer Interpretation servierte Lisa den Jazzstandard „Time after time“ einschließlich gekonntem Scat-Gesang.
Zum Liebeslied auf Bairisch – alle drei Damen stammen aus Bayern – tupfte Andrea Hermenau dazu pointiert Töne auf die Tasten. Sehr beschwingt reisten die drei weiter nach Südfrankreich und Lisa Wahlandt besang beseelt das „Savoir vivre“ an der Cote Azur. Mit schauspielerischem Talent und Witz erfreute Christiane Öttl die Besucher. Nicht nur den Bass spielt sie souverän, auch ausdrucksstarke Mimik und sogar kesses Pfeifen gehören zu ihrem Repertoire. So meisterhaft brachte das fabelhafte Trio dann Herbert Grönemeyers Lied „Männer“ zu Gehör, dass man den Urheber glatt vergessen konnte. Mit virtuosem Jazzgefühl, Stilsicherheit, variationsreich, swingend und in relaxten Phrasierungen begeisterten sie das Publikum. Sie mischten etliche Eigenkompositionen ins Programm und zwitscherten manchmal vogelgleich fröhlich zur Musik. Doch auch den bairischen Grant vergaßen sie nicht zu besingen.
Nach der Pause betörten Lisa in klangreicher Lautmalerei, Andrea in perlenden Läufen am Piano und Christiane mit akkordreichen Akzenten am Bass ihre Zuhörer. Bei ihrem Song „Ich hätt´ so gern…“ bewies Lisa Wahlandt einmal mehr die Bandbreite ihrer Stimme und alle zeigten dann, wie man „bavarian Dreigesang“ mit Samba-Brasil perfekt vereint. Die vielen Besucher sangen auch gerne auf Vorgabe von Lisa die Tonleiter rauf und runter, um dann den professionellen Damen wieder die schnellen Tempi oder rhythmisch verwobene Akzente zu überlassen.
Dass sich das Trio erst nach zwei Zugaben verabschieden durfte, war zu erwarten. Das Rosenheimer Publikum bedankte sich für meisterliches Jazzfeeling und die Virtuosität der drei Künstlerinnen zu Recht mit stürmischem Applaus.