Kolbermoor – Den November-Orgelmittwoch in der Pfarrkirche Wiederkunft Christi bestritt Johannes Tribus, in Rott am Inn geboren und dann bis zu seiner Pensionierung lange Zeit in München als Kirchenmusiker tätig. Er spielte vornehmlich Bach.
Anfangs erklärte Tribus, wie Präludium und Fuge Es-Dur BWV 552 musikalisch die Trinität, die Heilige Dreifaltigkeit darstelle, mit drei Themen im Präludium und drei Fugenthemen. Erklären ist das eine, spielen ist das andere. Das Schöne war, dass man das, was Tribus erklärt hatte, auch hörte, so deutlich, so bedachtsam-durchsichtig, so sorgsam-genau spielte er. Achtvoll strahlend mit imperialem Glanz war der Beginn, Gott Vater symbolisierend, äußerst umtriebig-quirlig wehte der Heilige Geist, exakt waren die Fugenthemen abgesetzt und endeten mit großem, wohl vom Heiligen Geist beflügelten Schwung.
Gegen dieses Werk hatten die anderen eine schwere Stellung, vor allem die dagegen relativ fantasiearme „Fantasia“ von Abraham van den Kerckhoven (circa 1618 bis 1701). In der Bach’schen Fantasia und Fuge c-Moll BWV 537 hörte man deutlich den aufsteigenden Gestus des Fugenthemas, der vielleicht die Auferstehung symbolisiert, im Choral „Schmücke dich, o liebe Seele“ BWV 654 sah man gleichsam das – so schrieb Robert Schumann – „vergoldete Blättergewinde“, das um den Cantus firmus hängt.rj