Mit Leidenschaft zum Erfolg

von Redaktion

Lena Muggenthaler am Klavier und Lena Mair an der Querflöte

Aschau – Impressionistische Musik für Flöte und Klavier – was mit einer musikalischen Gottesdienstgestaltung in Prien begann, ging nun in einem vollen Konzertsaal weiter, und das sehr überzeugend: Lena Mair, Querflöte, und Lena Muggenthaler, Klavier, hatten sich für ihr Konzert „Musique de France“ im Pfarrsaal der evangelischen Gemeinde in Aschau ein anspruchsvolles Programm ausgesucht.

Claude Debussy hatte einst gesagt, „die Musik ist ihrem Wesen nach nicht eine Sache, die man in eine strenge und überlieferte Form gießen kann“ und genauso wenig streng waren die Vortragsstücke. Es gelang den Künstlerinnen, expressive Wärme bei Philippe Gauberts „Scherzo Valse“ zu transportieren: Da perlten die Töne nur so bei Gabriel Faures „Fantaisie op. 79“, „Morceau de lecture“ und „Vocalise“.

Sinnlich-betörend klang Debussys „Syrinx“ für Solo-Querflöte. Juwelen der Kammermusik hatten die Damen zusammengestellt, die sie bayerisch-charmant mit Zitaten, biografischen Auszügen, Bezügen zur Malerei und zur antiken, griechischen Mythologie anmoderierten. Auf Letzteres bezog sich die Geschichte rund um die Nymphe Syrinx, der die gleichnamigen Stücke Debussys und Jules Mouquets gewidmet waren.

Souverän und harmonisch im Zusammenspiel präsentierten sich die beiden, aber auch allein glänzte die Querflöte und war das Klavier inniglich wie bei Debussys „Claire de lune“ oder schwebend-entrückt in der „Arabesque I“. Aus der Reihe der Impressionisten tanzten die drei Sonatinen des ungarischen Komponisten Jardanyi Pal, der innig-ruhig, dann wieder expressiv-leidenschaftlich Flöten- und Klavierklänge miteinander verwob. Höhepunkt des Abends war Cecile Chaminades „Concertino“ op, 107, ein Stück, das bis heute eines der Examensstücke am Pariser Konservatorium ist.

Eine technische Herausforderung – denn, so Lena Mair in der Anmoderation, dass Cecile Chaminade das Stück so schwer komponiert habe – meisterten die jungen Musikerinnen glanzvoll. Das Klavier ist hier quasi das Orchester und die Flötenspielerin braucht viel Luft für die zwischendurch ruhig gesetzten Takte, gefolgt von Wahnsinnsläufen, vielen Trillern und kapriolenhaften Sprüngen.

Formal klarer war die Zugabe „Pastorale enfantine“ von Chaminade. Fazit: anspruchsvoll, ansprechend, leidenschaftlich, anders als die „klassischen“ Fahrwasser. elk

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