Emotionen in Noten

von Redaktion

Virtuoses Konzert mit Andrea Wittmann und Tamas Puskas im Kloster Seeon

Seeon – Nur dreimal im Jahr öffnet sich die in kunstvollen Schnitzereien gearbeitete Holzflügeltüre zur Abtskapelle St. Nikolaus im Kultur- und Bildungszentrum Kloster Seeon für ausgewählte Konzerte klassischer Musik.

Für die Kirchenmusikerin und Solistin Andrea Wittmann ist die Vorbereitung und Ausführung dieser Konzerte eine besondere Freude, wie sie betont. In Werken aus dem Barock bis zur Romantik genossen die Besucher das hoch virtuose Klarinettenspiel von Tamas Puskas, der sein Instrument sensibel an die verhältnismäßig leiseren Saitenklänge des Cembalos anzupassen wusste.

Mit einem Lied von Ludwig van Beethoven, „Gott, deine Güte reicht so weit“, zu dem Andrea Wittmann sich selbst am Cembalo begleitete, begrüßte sie mit kraftvoll-klarem Sopran die Konzertbesucher. Mit dem Konzert Nr. 3 in B-Dur in drei Sätzen von Carl Stamitz setzte sich in luftig-lustigen Läufen Puskas Klarinettenspiel über die Cembalo-Klänge hinweg: im „Allegro moderato“ – in rasanten Läufen, aufhellend temperamentvoll. Im zweiten Satz (Romanze) „atmete“ das Holzblasinstrument die romantischen Themen, reflektierend vom Cembalo gestützt, um dann im Rondo wieder Tempo aufzunehmen und zum kompositorischen Grundgedanken des ersten Satzes zurück zu finden.

Mit viel Gefühl und spürbarer Liebe zur Musik brachte Wittmann im Anschluss Schuberts „Ave Maria“ und „Herr, deine Güte reicht so weit“ von Joseph Haydn zu Gehör. Höhepunkt war das Konzert in C-Moll von Johann Christian Bach. Ursprünglich für Cello komponiert, hörte sich das Werk in der Bearbeitung für Klarinette besonders reizvoll an. Das musikalische Thema des Moll-Konzerts erzählt eine traurige Geschichte, der aber immer wieder in helleren Tönen Zuversicht und Hoffnung innewohnen: Emotionen in Noten, die spüren lassen, dass am Ende alles gut wird.

Puskas virtuoses Spiel ließ die Zuhörer mitfühlen, mitatmen, berührte die innersten Fasern der Herzen – grandios. Die drei letzten Werke des Konzerts genossen die Gäste in der Nikolauskapelle in Kerzenlicht. Weniger sehen, dafür abschließend umso intensiver hören: „Der Herr ist mein Hirte“ von Antonin Dvorak, die Sonata II von Johann Baptist Vanhall und Antonio Vivaldis Konzert in Es-Dur.

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