Rosenheim – Die Big Band der Bundeswehr im Kuko: das war der strahlende Höhepunkt des Jubiläumsjahres der Rosenheimer Stadtkapelle. Die Zuschauer erlebten eine großartige Musik-, Licht- und Bühnenshow zur 50-Jahrfeier.
Swing, Rock- und Popmusik war angekündigt und wurde brillant präsentiert. Mit klassischem Swing und Nummern von Quincy Jones und Duke Ellington wie „Take the A train“ heizte der Bandleader, Oberstleutnant Timor Oliver Chadik, schon mit den ersten Takten die Stimmung grandios an. Da saßen und standen 18 virtuose Musiker auf der Bühne, von denen jeder ein hervorragender Solist ist, was sie auch unentwegt unter Beweis stellten. Das Publikum riss es immer wieder zu Szenenapplaus hin.
Dazu bot die Truppe eine exklusive Licht- und Bühnenshow, die die prächtige musikalische Leistung grandios unterstrich.
Als der portugiesische Frontmann Marco Matias die Justin Timberlake-Nummer „Cry me a river“ präsentierte, groovte der Saal mit ihm. Mit dem Titelsong aus dem James Bond Film „Skyfall“ begeisterte Jemma Endersby die Besucher ebenso wie Susan Albers mit dem mit einem Oscar prämierten Filmsong „Let it go“ aus „Frozen“. Die Filmmusik aus den „Flintstones“ war die Basis für grandiose Variationen. Waghalsige Bassläufe wechselten mit akrobatischen Gitarrenriffs, und beide wurden von den Bläsern wieder thematisch eingefangen. Als die Big Band sich Themen aus „Wickie und die starken Männer“ zunutze machte, kam die Zeit für Perkussion und den Schlagzeuger.
Nach der Pause wechselte die Band zu Rock und Pop. Mit James Last und „Morgens um sieben“ begannen sie einschmeichelnd, bevor die Solisten, das Thema in den verschiedensten Variationen genüsslich vorstellten.
Als Jemma Endersby die Ballade „Love is a losing thing“ von Amy Winehouse vorstellte, machte sie die Bandbreite der Band und ihr eigenes Stimmvolumen deutlich, denn jeder Sänger, der vor einem solchen Orchester steht, braucht eine echte Präsenz, ansonsten würde er vor diesem Klangkörper nicht bestehen können.
Wie sehr diese Big Band Themen, Sounds und Instrumentaltechniken beherrscht, zeigte sie unter anderem mit einem Reggae, den Roland Büttgen, der Gitarrist aufnahm und alle stilistischen Hürden überwindend daraus ein indisches Thema formte. Die Bläser nahmen diesen Sound ungerührt auf und entwickelten ihn weiter, bis der Keyboarder samt dem Bassisten den Kreis schließend es kunstfertig zum Angang zurückführte.
Atemlose Stille und brausender Applaus
Einen neuerlichen Höhepunkt bot Susan Albers mit Songs von Whitney Houston. Als sie mit „One Moment in Time“ endete, herrschte zunächst atemlose Stille, ehe brausender Applaus einsetzte. Mit Frank Sinatras „My Way“ und der Zugabe „Purple Rain“ entließ die Bundeswehr Big Band die Besucher in die Nacht und hatte nicht einen einzigen Marsch gespielt. Ein solcher wurde aber auch nicht vermisst.