Ein berührender Kammermusikabend

von Redaktion

Katarina Schmidt und Thomas Schuch spielten Werke von Brahms, Beethoven und Schubert

Stephanskirchen – Cellistin Katarina Schmidt und Pianist Thomas Schuch bilden eine perfekt aufeinander abgestimmte, musikalische Einheit. Mit Werken von Beethoven, Schubert, Brahms und Bartók begeisterten die beiden Stipendiaten der Deutschen Stiftung Musikleben die leider nicht sehr zahlreich anwesenden Hörer im Festsaal des Gasthofes Antretter in Stephanskirchen.

In Beethovens C-Dur-Cellosonate op. 102/1, dem ersten Werk des Abends, geht das Andante unmittelbar zum Allegro über, das durch ein energisch punktiertes auf- und abfahrendes Hauptthema bestimmt wird. Schmidt und Schuch spielten den zarten Auftakt mit Feingefühl, das Allegro vivace leidenschaftlich und ausdrucksstark. Der dunkle, rauchig-sonore Klang des Cellos und das hell perlende Klavier erzeugten in dieser dichten Komposition berückende Kontraste.

Melodische Lyrismen und ein freundlicher Grundton beherrschen die a-Moll Sonate für Arpeggione und Klavier von Franz Schubert. Das 1824 erfundene Arpeggione verbindet die Spielweise des Cellos mit Form, Stimmung und Bünden der Gitarre. Den träumerischen Gesang des Cellos im Allegro moderato ließ Schmidt mit Hingabe erklingen. Das ruhige, andachtsvolle Adagio und das feurige Finale waren ein großer Hörgenuss. Alle drei Sätze sind knapp und konzentriert. Die innigen Passagen spielte die Cellistin, von Schuch behutsam und zurückhaltend begleitet, oft mit geschlossenen Augen ganz in die Musik versunken.

Einen großen Gegensatz zu Schubert bildete die Cellosonate Nr. 2 in F-Dur von Johannes Brahms. Schmidt interpretierte den komplexen Kopfsatz, dem ein eigentliches Thema fehlt, energisch und zupackend. Die von Schuch eindringlich gespielten harmonischen Tremoli im Klavier schufen den klanglichen Hintergrund für pathetische Cellomotive, die sich in unruhigen Klangflächen auflösten. Die schwelgerisch-einschmeichelnden Harmonien im Adagio und das in plötzliche Fortissimi ausbrechende Scherzo gipfelten in einem fröhlichen Finale, das von den Hörern heftig bejubelt wurde.

Die sechs rumänischen Volkstänze von Bartók am Ende des Konzerts bestachen durch vielgestaltige und komplizierte Rhythmik. Ihr spritziges Temperament, etwa im abschließenden Schnelltanz, nahm einem den Atem. Der Schwung der Sätze, den die beiden Musiker mit virtuoser Kraft erklingen ließen, rief bei den Hörern stürmischen Beifall hervor.

Eine kurze Zugabe von Chopin beendete einen Kammermusikabend, wie er berührender kaum hätte sein können.

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