Wenn britische Altstars die Bühne rocken

von Redaktion

Peter Howarth, Pete Lincoln und Mick Wilson präsentierten ihre besten Lieder aus den 70er-Jahren – Publikum sang mit

Bad Aibling – Große britische Bandsänger kamen zum Bad Aiblinger Festival „Saitensprünge“ in den Kursaal. Zwar sind die Kultsänger noch aktiv, ihre größten Erfolge waren aber in den 70ern – entsprechend alt waren auch die meisten Konzertbesucher.

Der erste gemeinsame Nenner der drei Interpreten war die Band von Sir Cliff Richard, in der sie gemeinsam wirkten, und dem sie im Laufe des Abends musikalisch Reverenz erweisen sollten.

Da war Peter Howarth, der als Leadsänger von „The Hollies“ bekannt wurde, Pete Lincoln, der als Interpret der Gruppe „The Sweet“ vielen ein Name sein dürfte, und Mick Wilson, Sänger von „10cc“.

Mit dem Hollies-Song „Bus Stop“ füllten die drei von der ersten Sekunde an den Saal akustisch. Als sie zu den Sweet-Nummern „Co Co“ und „Hey Papa Joe“ wechselten, sang der gut gefüllte Saal bereits lauthals mit.

Bei „The Things we do for Love“ von „10cc“ glättete sich auf wundervolle Weise so manche Falte auf der Stirn – alleine die Melodie setzte die Fans von einst und heute um 40 Jahre zurück.

Dann präsentierte jeder der drei Interpreten Solonummern aus dem Repertoire ihrer Bands, um dann wieder gemeinsam eine der späteren Nummern von Sweet „Love is like Oxigen“ aus dem Jahr 1996 zu singen.

Die Gitarren waren lediglich Beiwerk. Das Publikum war nahezu nostalgisch. Mit dem letzten großen Hit von Roy Orbison „You got it“ und den klassischen Lichteffekten aus der damaligen Discoszene rockten die „Frontmen“ zum Vergnügen der Zuschauer, die längst alle Songs aus voller Kehle mitsangen. Und vor der Pause spielten die drei Stars „Rubber Bullets“ von „10cc“, als gäbe es kein Morgen.

Fetzig machten sie nach der Pause weiter, griffen tief in die Mottenkiste, als sie mit der Nummer von Cliff Richard „Move it“ von 1964 wohl auch die ältesten der Cliff-Richard-Fans erreichten. In vielen Ländern rund um den Erdball war das nächste Lied Nummer eins in den Charts und in sieben Filmen als Backgroundmusik verwendet: Der Slangtitel „Fox on the Run“ aus dem Jahr 1974. Da war das Publikum sofort im Disco-Modus.

Textsicher wurden die Musiker vom Gesang des Publikums verstärkt. Dabei schwelgte Pete Lincoln sichtlich im zurückliegenden Ruhm. Der hatte vor den Sweets auch bei der Gruppe „Sailor“ gesungen und präsentierte aus dieser Zeit deren größten Erfolg „A glass of Champagne“.

Zeit zur Erholung blieb nicht, denn „Long cool Woman“ entfesselte eine Mitklatsch-Orgie von gewaltigen Ausmaßen, und nachdem Feuerzeuge nicht mehr modern sind, zückten viele der Anwesenden ihre Smartphones und schwenkten diese leuchtend zu „The air that I breathe“.

Der ganze Saal forderte im Stehen noch Zugaben, welche von den drei Frontmen auch mit „Lucky Lips“ von Cliff Richard und „Dreadlock Holiday“ (10cc) zu aller Zufriedenheit gewährt wurden.

Artikel 11 von 11