Kolbermoor – Ein alter Bekannter gab im Mareissaal bei „Pizzicato“ sein Stelldichein: Der bayerische Liedermacher Horst Eberl präsentierte zum dritten Mal „Lieder aus dem prallen Leben“ – ein Abend mit Liedern, Gedichten, Witzen und Erzählungen.
Ganz in der Tradition eines Fredl Fesl – mit dem er nebenbei eng befreundet ist – präsentiert Horst Eberl seine oft lustigen, manchmal aber auch nostalgisch-melancholischen oder sozialkritischen Lieder. So spannte er mit hintergründigem Humor den Bogen von der „guaden oiden Zeit“ – die er keineswegs immer so gut findet – bis hin zu Themen über die alltäglichen Probleme der Moderne.
Es war ein durch und durch unterhaltsamer Abend nicht nur, weil es viel zu schmunzeln und zu lachen, sondern auch, weil es einiges zum Nachdenken gab. Sein Lied über die „stillen Helden“ des Alltags, die viel leisten und dafür wenig Anerkennung erhalten, über die nie Zeitung oder Fernsehen berichten – ganz im Gegensatz zu „den Partyludern in ihrer unendlichen Bedeutungslosigkeit“, regte ebenso zum Nachdenken an, wie das Lied „Kindheit heit“, bei dem er über Kinder sinnierte, die vor lauter Aktivitäten neben der Schule zu nichts mehr Zeit haben. Sehr anrührend war auch das Stück über die „erste Liebe“ in der Kindheit und freundschaftliche jahrzehntelange Verbindung danach.
Er berichtete zudem über Dinge, die früher selbstverständlich waren, der jungen Generation aber völlig fremd sind: So erklärt er eine Telefonzelle beispielsweise als „begehbares Handy“ und singt „an Allerheiligen geh ich aufs Grab und pfeif auf Halloween“.
Horst Eberl schreibt und textet seine Lieder alle selbst und spielt dazu mit seiner Gitarre, wobei die Bandbreite seiner Stücke vom Rock und Blues über bayerische Couplets bis hin zu klassischen Gitarrenstücken reicht.
Das Publikum ging begeistert mit und lachte buchstäblich Tränen bei Eberls Liedern über die Reha nach einem Beinbruch, seine Erfahrungen als geplagter Ehemann im Schlussverkauf, der heute nur noch „Sale“ (sprich: sa-le) heißt oder Erlebnisse nach einem Auftritt im Golfclub, wo jeder Gast ihm unbedingt ein Bier oder einen Schnaps spendieren muss.
Ein launiges Gastspiel ging schnell vorüber. Das Publikum entließ Horst Eberl nicht, ohne ein paar Zugaben erklatscht zu haben.gfr