Rosenheim – Seit 17 Jahren gibt es die Formation „Roverandom“, die zwischen Jazz und Kammermusik, Experimentellem und Klassik agiert und nicht in eine Schublade einzuordnen ist.
Aus etwa zweihundert Eigenkompositionen, die teils an schönen und inspirierenden Orten in der Region entstanden sind, spielte das Quartett eine repräsentative Auswahl im „Le Pirate“.
Der aus Mexiko stammenden Gitarrenlehrer Victor Ruiz und Donata Schiefer mit Projektionen von Gemälden, die manchmal zur Musik passten, unterstützten die Band. Rhythmisch durchgetaktet mit Bernhard Breitung an der Percussion, dann mit feinen Geigenklängen von Bettina Wojtalla ging es in den „Biberbau“.
Das nächste Stück entführte ans Meer, mit dem ungewohnten Klang einer großen Muschel verbreitete die Musik Atmosphäre von Schiffsverkehr und Seevögeln. Tierisch ging es weiter, zu „Kuh-Muh“ erklangen ein mächtiges Waldhorn (Wojtalla) und eine knackige Trompete (Kathi Müller) als Bläsersatz.
Schön schmachtend wie auf einer Südseekreuzfahrt und mit melodischem Gitarrensound (Bandleader Hans Eberle) erklang „Am Ende“. Markenzeichen von „Roverandom“ sind ungewöhnliche Ideen, Lautmalereien und das Brechen von zuviel Harmonie in den Stücken, sodass sowohl Band als auch Publikum zur Konzentration gezwungen sind. Sprechgesänge, schräge Texte und jazztypischer Scatgesang wechseln mit feinen Melodielinien, origineller Rhythmik und viel Spaß.
Hans Eberle verriet zur Einstufung des Stils: „Das ist Musik von uns und wir kennen nichts anderes.“ Es klang durch, wo die Stücke entstanden waren: Ein Turmzimmer des Neubeurer Gymnasiums war ebenso dabei wie die Fraueninsel. Ein feierliches Stück war auf der damals noch bewirtschafteten Riesenhütte im Freien zu hören und erschallte nun im kleinen Klub: „Im Grunde“ bestach durch ein feierliches Waldhorn und ein schönes Gitarrenintro, das einige Besucher mit geschlossenen Augen genossen.afr