Aschau –Sich auf die Bedeutung des Wortes Advent, die Ankunft des Herrn, konzentrieren, „stad“ werden, innehalten – das konnten die vielen Zuhörer in der voll besetzen Sachranger Kirche beim Konzert „Advent in der Stille“. Stimmungsvoll und nachdrücklich gestalteten Professorin Margit-Anna Süß an der Harfe, das Horn-Quartett Hornissimo München zusammen mit Sprecher Peter Weiß die „Heilige Nacht“ von Ludwig Thoma.
Der barocke Altarraum glänzte im Widerschein des Kerzenlichts, der Kirchenraum ansonsten abgedunkelt, dazu der leicht angestrahlte Seitenaltar mit der hölzernen Krippe – mehr „Zutaten“ brauchte es nicht, um atmosphärisch die vielen Zuhörer auf die kommende Weihnachtszeit einzustimmen. Alphornklänge aus der Sakristei, gefolgt von einer Harfen-Improvisation – die Wärme der alpenländischen Musik tat das übrige, um das Publikum vollends in Bann zu ziehen. Und Peter Weiß als Sprecher war die ideale Besetzung: Weder kitschig, noch heimelig oder belanglos, sondern schlicht und dennoch ergreifend und anrührend kam der Wortreichtum dieses 1916 geschriebenen und immer noch nachdenklich stimmenden Werkes in bayerischer Mundart daher. Passend dazu auch die den Text „unterbrechenden“ und zeitweise auch untermalenden Musikstücke aus verschiedenen Epochen.
Vor den Augen der Zuhörer wurde der verschneite Wald lebendig, als auf der Harfe Hans Bergers (geb. 1944) „Im Wald is so stad“ erklang. Rasant-lebhaft ging es weiter mit Felix Mendelssohn-Bartholdys (1809 bis 1847) Jagdlied – hier traumhaft-sicher dargeboten von den vier Hörnern. Da konnte man sich richtig bildhaft vorstellen, wie der reiche Menasse auf seinem Schlitten an den zwei auf Bethlehem wandernden Maria und Joseph vorbeirauscht und sie nicht mitnimmt.
Zu der Ankunft in Bethlehem passte die Bachsche c-moll-Fuge für vier Hörner, und dass niemand Quartier anbietet, wurde mit melancholischem Harfenspiel, improvisiert aus verschiedenen Werken Benjamin Brittens (1913 bis 1976), ergänzt. Wenn im Text im Stall Stille einkehrt und der Wind verstummt, verströmte das Hornquartett mit dem „Abends wenn ich schlafen geh“ aus Engelbert Humperdincks (1854 bis 1921) Oper „Hänsel und Gretel“ genau diese Ruhe. Die Geburt Jesu, die den Menschen „Ehre sei Gott in der Höh‘ und Frieden den Menschen herunt“ bringt, wurde mit dem strahlenden „Denn die Herrlichkeit Gottes des Herrn“ aus dem „Messias“ von Händel (1685 bis 1759) von den Hornspielern verkündet.
Und schließlich gaben die Hornspieler die Hirten, die andächtig vor dem Christkind in der Krippe knien – dazu passte das sanft und rein dargebotene Abendlied von Rheinberger (1839 bis 1901). „Bleib bei uns“, ein schöner abschließender Gedanke, der mit alpenländischen Klängen von Harfe und Alphörnern versüßt wurde.elk