In der sechsten, völlig neu bearbeiteten Ausgabe ist heuer der fast 600 Seiten starke bayerische Museumsführer „Museen in Bayern“ , ausgestattet mit Lagekarten, Registern und über 600 Farbbildern, erschienen. Mehr als 1300 Museen und museumsähnliche Einrichtungen sowie Ausstellungszentren ohne eigene Sammlung wie der Rosenheimer Lokschuppen sind hier aufgelistet. Ihre Träger sind Bezirke, Landkreise, Städte und Gemeinden, Kirchen, Vereine, Stiftungen, Firmen und Privatpersonen.
Auch die staatlichen Sammlungen wie die Münchener Pinakotheken sind aufgeführt, sodass dieser kompakte Band als wohl kompetentester Führer durch ganz Bayern Wegweiser zu den Kulturschätzen unseres Landes von Abensberg bis Zwiesel ist. Bemerkenswert ist dabei, dass die Zahl der bayerischen Museen seit der ersten Auflage 1981 von 552 über rund 900 in der Ausgabe 1991 auf nun über 1300 Ausstellungsorte angewachsen ist – was für das Geschichtsverständnis landauf, landab spricht.
Der hier besprochene Band bietet eine überbordende Fülle von Besichtigungs- und Reisezielen in der Nähe und bis zu den Grenzen unseres Bundeslandes. Egal, wo man in Bayern hinfährt oder Urlaub macht – überall lässt sich mit diesem Buch Sehens- und Staunenswertes finden, ob es das Museum mit einer der weltgrößten Sammlungen edler Maybach-Automobile in Neumarkt in der Oberpfalz, das erstaunliche Kunstmuseum „Das Maximum“ in Traunreut mit Werken der US-amerikanischen Avantgarde des letzten Jahrhunderts oder das kleine Burgtor-Museum in Oberaudorf ist – es gibt wohl nichts, was den fleißigen Mitarbeitern an diesem Werk entgangen ist. Zudem finden sich in den Beiträgen neben den Öffnungszeiten auch Hinweise auf behindertengerechte Einrichtungen oder ein eventuelles gastronomisches Angebot.
Der Führer bietet außerdem in seinem Spezialregister „Vertriebenenmuseen und -sammlungen“ allein rund 60 Einträge, welchen Orten oder Gebieten, aus denen Vetriebene stammen, sich Sammlungen in Bayern gewidmet haben.
Jüngste Museumsneugründungen wie das Spielzeugmuseum „Traumwerk“ von Hans-Peter Porsche in Anger konnten wohl nicht mehr berücksichtigt werden und sind in der nächsten Auflage zu erwarten. Für das Autorenteam, zu dem auch der Rosenheimer Historiker Dr. Wolfgang Stäbler gehört, war dies seit der letzten Auflage 2010 wieder eine Herkulesaufgabe. Das Ergebnis kommt uns allen zugute.
„Museen in Bayern“ – Führer durch die bayerische Museumslandschaft“; Landesstelle für nichtstaatlicheMuseen (Hrsg.), Deutscher Kunstverlag München, 6., völlig neu bearbeitete Auflage 2017, 572 Seiten mit 620 Farbfotos, ISBN 978-3-422-07382-1; 16,90 Euro.hh