Seeon – Anna Carewe und Olli Bott entführten bei einem Konzert im Festsaal in Kloster Seeon auf Cello und Vibrafon auf eine spannende Zeitreise durch die Musik. Die britischen Cellistin und der Vibrafonist sind wahre Meister auf ihren Instrumenten, zudem innovativ und einfallsreich und multiplizieren sich in ihrem Tun. Unter der Ankündigung „Cello meets Vibraphone“ bekamen die Konzertbesucher bekannte Werke von Johann Sebastian Bach, in harmonischer Verknüpfung mit Werken anderer namhafter Musiker unterschiedlichster Epochen, kredenzt. Dass sich die beiden Musiker selbst als „Zeitreisende“ sehen, ist ihrer Musik anzuhören. Das Praeludium aus Suite I G-Dur für Violoncello solo von Bach, in Kombination mit Edward Griegs Air „Aus Holbergs Zeit“, war die erste akustische Sensation. Das Cello taucht mit großer Emotion in Bachs Werk ein, wobei Carewe ihren ganz eigenen Ausdruck findet, in den das Vibrafon sacht einsetzt und die Melodramatik der Bach‘ schen Komposition mit tänzerischer Leichtigkeit aufhellt. Unterwegs „streifen“ die beiden Grieg, schmeicheln ihm, lassen das Orchesterwerk, in Bearbeitung für ihre beiden Instrumente, in neuem Glanz erblühen und so die Komponisten „Freundschaft“ schließen. Ähnlich anrührend war die folgende Paarung: Bach und Peter Sculthorpe. Der „Improvisation zu Tailitnama Song“ des australischen Komponisten, ist eine ungeahnte „Verwandtschaft“ zur Air aus der Orchestersuite Nr. 3 in D-Dur BWV 1068 anzuhören. Antonio Vivaldi war damals seiner Zeit voraus. Seine Affinität zum Jazz arbeiteten Carewe und Bott mit lautmalerischem Geschick und raffiniertem kompositorischen Können in seiner Sonata VI für Cello und Basso continuo mit Bachs Praeludium XXIV h-Moll BWV 896 aus „Das Wohltemperierte Klavier“ heraus. Mehr als spannend war auch das Zusammenführen des Jazz-Standards „Con Alma“ von Dizzy Gillespie (1917 bis 1993) und einem Werk aus der Renaissance des spanischen Komponisten Diego Ortiz (1510 bis 1570). Nach einem euphorischen Applaus stellten die beiden Musiker Eric Satie und Astor Piazzolla gegenüber und brachten deren Werke „Gnossienne Nr.1“ und „Libertango“ auf einen gemeinsamen, klangschönen Nenner. bek