Eine Krebsdiagnose! Wer immer sie bekommt, muss erst einmal durchschnaufen. Und sich wieder fassen. Dass man dem Thema durchaus mit Ironie begegnen kann, zeigt der Autor Hans-Peter Kreuzer in seinem neuen Roman „Ein Karzinom sitzt in der Bar“, der autobiografische Züge aufweist.
Zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt kommt die Diagnose, noch dazu ohne Vorwarnung oder Vorahnung. Im Leben der Romanfigur Hubertus Hold – wie der Stephanskirchener Autor, Schriftsteller und Lyriker – geht gerade vieles drunter und drüber. Einer seiner Freunde aus alten Tagen verstirbt, ohne dass er noch einmal Kontakt mit ihm aufgenommen hätte. Auch seine Freundin teilt seine Liebe zu Italien, seiner zweiten Heimat, nicht so ganz. Sie geht ihren Weg, er den seinen. Natürlich, so ab und zu, treffen sie sich doch wieder. Und sie hält ihm die Stange.
Dann kommt der Tag der Operation, die sogenannten „Halbgötter in Weiß“ machen kurz Visite und dann ist die Prostata-Karzinom-OP auch schon wieder vorbei.
Doch nun lauern andere Tücken: Beckenbodengymnastik und Inkontinenz, Alkohol und Potenz. Und viele weitere Arztbesuche. Am Ende ist alles gut, und der Schriftsteller verfasst ein lustiges Gedicht „über das Karzinom, wie es in der Bar hockt und auf die tanzenden Metastasen wartet“. Doch gerade noch rechtzeitig wird das Karzinom vor die Türe gesetzt.
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Hans-Peter Kreuzer, „Ein Karzinom sitzt in der Bar“, ISBN 978-3-7450-1371-9, 12,80 Euro.ske