Soul und Groove am Ludwigsplatz

von Redaktion

Die Jazzsängerin Norisha Campbell brilliert bei ihrem Konzert im Rosenheimer „Le Pirate“

Rosenheim – „Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln“ – diese im Schaufenster des Blumenladens am Ludwigsplatz dekorierte Weisheit traf auf den Wiederholungsauftritt zu, den Norisha Campbell und ihre Band im darüber gelegenen „Le Pirate“ gestalteten.

Wohl die enthusiastische Kritik des vorangegangenen Konzerts und das Interview in den OVB-Heimatzeitungen („Ich spiele gerne im Le Pirate“) ließen den kleinen Rosenheimer Jazzclub aus allen Nähten platzen.

Mit einer feinen Instrumentalphase startete die Band den ersten Set. Bestechende Soli des aus Traunstein stammenden Gitarristen Michael Vochezer drückten dem Auftakt ihren Stempel auf, dessen funky gespielte Saitenpassagen Pianist Jan Eschke nahtlos übernahm. Mit „Take your wings and fly“ übernahm Sängerin Norisha Campbell unter dem Applaus des Publikums das Mikrofon und zog von da an mit ihrer faszinierenden Bühnenpräsenz nicht nur die Hörer, sondern auch ihre Mitmusiker in ihren Bann.

Mit vielen Blickkontakten

Mit vielen Blickkontakten und besagtem Lächeln steckte sie an und inspirierte die Zuhörer. Man spürte bei jedem Song die hohe Identifikation der Vokalistin mit ihrer Musik, denn sie hat die Texte selbst geschrieben, zu den Arrangements des Bassisten Harald Scharf. Mit dem Knaller „Take me to the Water“ zeigte sie, dass sie nicht umsonst im Jahr 2013 in der Talentshow „The Voice“ ziemlich weit gekommen war. Der Titel riss mit. Die Zuhörer klatschten den Rhythmus mit, und Norisha unternahm eine kurze und gekonnte Vokal-Improvisation, für die Johannes Rothmoser am Schlagzeug und Bassist Scharf eine gute Grundlage boten. Die ehemalige Profi-Volleyballerin bewies vokalistische Sicherheit auch in hohen Stimmlagen. Mit ihrem in feinsten Nuancen eingesetzten Timbre erzeugte die Soullady Gänsehaut, die durch die filigranen Gitarrenklänge Vochezers noch verstärkt wurde.

Norisha brachte nicht nur anmutige Gestik und Mimik auf die Bühne – hier saß jede Bewegung – sondern auch einen guten Schuss Humor. Eine Art „Gardinenpredigt“ von Frau zu Mann war der Song „In your eyes“ zu einem jazzrockigen Arrangement in der Tradition von Earth, Wind and Fire. Ein in der Rückschau auf ihre Kindheit und Jugend geradezu weises „Mama told me“ erklang. Brillant wechselte dabei die Band Tempo und Rhythmus. Auch dieser Auftritt war unwiderstehlich.

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