Rosenheim – Seine Musicals kennt die ganze Welt: Andrew Lloyd Webber wurde mit Werken wie „Das Phantom der Oper“, „Cats“, „Jesus Christ Superstar“ und „Starlight Express“ zum unbestrittenen König der Musical-Komponisten. Auszüge aus seinen Erfolgsproduktionen bot eine höchst professionell präsentierte Gala im Kultur- und Kongresszentrum.
Eine zusammenhängende Rahmenhandlung durfte man bei einer Gala nicht erwarten. Ein Moderator führte – anfangs sich verhaspelnd und das Erfolgsmusical „Cats“ standhaft „Kahts“ aussprechend – durch die Show und gliederte die Blöcke für die Zuschauer: Liebe und große Gefühle, Spiritualität und Hoffnung, Humor und Verführung waren einige der Themenbereiche, die Anlass für die Melodien aus Webbers Erfolgs-Musicals boten, die ansonsten in kunterbunter Reihenfolge gesungen wurden.
Was der Conférencier an Professionalität vermissen ließ, stellten aber umso mehr die Musiker und das Ensemble auf der Bühne unter Beweis. Bei den 14 Musikern der eigens zusammengestellten internationalen Formation, die sich Westend Musical Orchester nannte und unter der musikalischen Leitung von Piotr Oleksiak stand, stimmte jeder Einsatz.
Die Sänger und Tänzer kamen laut Ankündigung von den Musical-Stätten des Londoner Westends und bereits nach den ersten Nummern war klar: Da standen perfekt ausgebildete junge Leute auf der Bühne, die ohne Probleme in jede professionelle Musical-Produktion einsteigen könnten. Die vier Gesangssolisten sangen ausdrucksstark, zeigten Volumen, wo notwendig, konnten aber auch die leisten Töne. Zudem überzeugten sie durch enorme schauspielerische und tänzerische Wandlungsfähigkeit – ob bei romantischen Balladen, gefühlvollen Solos oder fetzigen Nummern. Klassiker wie „Memory“ aus „Cats“ durften da natürlich ebenso wenig fehlen wie „Don’t cry for me Argentina“ aus „Evita“ oder „Music of the Night“ aus „Phantom of the Opera“. Zu hören war aber auch Musik aus „Aspects of Love“, „Song and Dance“ oder „Sunset Boulevard“.
Acht singende und tanzende Musicaldarsteller zeigten dazu ausgefeilte Choreografien. Mehrere der Tänzer unterstützten bei Vokalnummern die Gesangssolisten und hielten dabei problemlos das Niveau.
Für Atmosphäre sorgten Multimedia-Projektionen auf einem transparenten Vorhang vor und einer Leinwand hinter den Musikern, die Motive aus den jeweiligen Musicals aufgriffen. Da liefen bei „Sunset-Boulevard“ die Lichtstreifen eines Filmprojektors über die Leinwand, bei „Cats“ wurden die Abdrücke von Katzenpfoten auf die transparenten Vorhänge getupft und bei „Phantom of the Opera“ rahmte ein digitaler Bühnenvorhang plüschig die Bühne.
Den Abschluss bildete eine fetzige Nummer aus „School of Rock“, dem neuesten Erfolgswerk aus der Feder Webbers, und die Mitklatsch-Nummer „Light at the end of the Tunnel“ aus dem Klassiker „Starlight Express“, die dann auch das Rosenheimer Publikum aus der Reserve lockte: Eine hochprofessionelle Show bei der Webber-Fans ebenso auf ihre Kosten kamen wie Musical-Einsteiger.