Bruckmühl – Radierungen und Kohlezeichnungen von Raimund Reiter und Objekte von Walter Weer werden in der nächsten Ausstellung in der Galerie Markt Bruckmühl präsentiert. Eröffnung ist am Sonntag, 28. Januar, um 11 Uhr. Eine Einführung gibts Galerieleiterin Cornelia Ahrens.
Aus Schachteln
und Schnüren
Walter Weer, geboren 1941 in Wien, absolvierte ein naturwissenschaftliches Studium an der Universität Wien und studierte zudem an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Nach dem Studium der Malerei erzielte er mit seinen Zeichnungen großen Erfolg. Er wandte sich jedoch bald der Skulptur zu, zunächst nur aus Papier, bald auch zusätzlich mit Schnüren, Holz und Spachtelmasse. Aus Schachteln, Verpackung und gefundenen Materialen, die er auf seinen Reisen, auf der Straße, im Souk, auf Märkten in aller Welt, buchstäblich „aufsammelt“, entstehen ganz unterschiedliche Arbeiten, Wand- oder Rad-Objekte, mit Titeln wie „Bibliotheks-Rad“ oder „Das Rad der Blutsbrüder“ sowie Schnurgebilde. Aus Schnüren aller Art „knüpft“ der Künstler die von der Decke hängenden Reusen. Walter Weer geht es darum, mit einfachen Materialien Arbeiten zu schaffen, die zugleich in Konstruktion und Dekonstruktion stehen, also Objekte zwischen Anfang und Ende, zwischen Aufbau und Zerstörung – Gleichnis für unser Leben und den Zustand der Welt. Seit 1975 waren die Arbeiten von Walter Weer schon weltweit in über 100 Einzelausstellungen zu sehen.
Von der Natur inspiriert
Raimund Reiter, geboren 1950 in Eichendorf, absolvierte eine Ausbildung zum Diplom-Betriebswirt und zum Volksschullehrer. Diesem Beruf übte er auch lange Jahre aus. Als Maler und Grafiker ist er Autodidakt. 1984 richtete er ein druckgrafisches Atelier in der Nähe von Landshut ein. Im Zentrum seines künstlerischen Schaffens steht für ihn die Kernfrage: Wo ist Licht und wo ist kein Licht? Fast nirgends mehr gibt es vollständige Dunkelheit, die Lichtverschmutzung lässt die Welt mehr oder minder diffus im Halbdunkel erscheinen. Dies spiegelt sich in seinen Bildern, die von der Natur inspiriert sind, wider; es entstehen atmosphärische Stimmungen, ausbalanciert im Zusammenspiel von Schwarz und Weiß. Seit 1983 sind Arbeiten von Raimund Reiter in zahlreichen Ausstellungen zu sehen.