Raubling – Auf der Bühne geht das Licht aus und feierliche Fanfaren erschallen. In der Aula des voll besetzten Raublinger Gymnasiums spürt man eine freudig-gespannte Erwartung. Das Münchner Blechbläserensemble „Harmonic Brass“ ist, wie Schulleiterin Kathrin Hörmann-Lösch in ihren Begrüßungsworten stolz verriet, bereits zum 12. Mal in Raubling zu Gast.
Elisabeth Fessler und Hans Zellner (Trompete), Thomas Lux (Posaune), Manfred Häberlein (Tuba) und Andreas Binder (Horn) präsentierten unter dem Motto „Delicatessen für Aug´ und Ohr“ auf vergnügliche Weise ein mehrstündiges komödiantisch-musikalisches Menü, dessen bunte Zutaten von der Klassik über Filmmusik bis zum Schlager den Hörern ausgezeichnet mundeten. Denn das elegante Quintett ließ nicht nur seine funkelnden Blasinstrumente erklingen, sondern belustigte das Publikum auch immer wieder mit humorvollen Einlagen. Durch das kurzweilige Programm führte mit trockenem Humor und Ironie der aus Rosenheim stammende Hornist Andreas Binder.
Barocke Festlichkeit strahlte das Allegro aus dem Concerto in C-Dur für zwei Oboen von Antonio Vivaldi aus. Anstelle der Oboen jubilierten eindrucksvoll in virtuosem Glanz zwei Trompeten. Eine ruhige poetische Vertonung der Wintersonnenwende durften die Hörer bei Gustav Holsts „In the Bleak Midwinter“ genießen, während das Stück „Palladio“ von Karl Jenkins eindringliche, monotone Rhythmik kennzeichnete. Die Suite aus dem Weihnachtsfilm „Der Polar Express“ bannte die Hörer wegen ihrer klangmächtigen, etwas gefühlsüberladenen Effekte.
Ganz in seinem Element war das Ensemble beim „Harmonic Brass Menü“. „Wir alle haben für Sie gekocht“, erklärte Andreas Binder augenzwinkernd. Mal spritzig und feurig-rasant mit emotionalen Explosionen, dann wieder langsam und fast meditativ, erklangen passend zur jeweiligen Zutat Soloeinlagen der Instrumente, die das internationale Fünf-Gänge-Menü gleichsam akustisch schmackhaft machten.
Eine zusätzliche humoristische Note erhielt nach der Feuerwerksmusik von Händel der „Eintopf“, in den die als Köche verkleideten Musiker zu Binders lustigen Kommentaren nacheinander etwas unbeholfen Gemüse und Gewürze hineinwarfen. Auf einen Ohrwurm aus Carl Orffs „Carmina Burana“, bei dem die fünf Bläser mühelos Chor und Orchester ersetzten, folgte etwas kontrastreich die Titelmusik von „Bonanza“.
Am Ende des Konzerts stand ein Udo-Jürgens-Potpourri, dessen fetzig-populäre Schlager die Zuhörer zum enthusiastischen Mitklatschen animierten. Toll waren die jeweiligen Soloeinlagen, vor allem die von Tubist Manfred Häberlein und Posaunist Thomas Lux. Für den stürmischen Beifall bedankte sich das Ensemble mit der rasant-virtuosen Champagnerarie von Mozart und dem neapolitanischen Volkslied „Funiculi Funicula“.