Mit der Gitarre von Greg Lake im Kesselhaus

von Redaktion

Florian Opahle interpretiert mit seiner Band Blues Project Rockklassiker

Kolbermoor – Florian Opahle, sonst mit Ian Anderson von Jethro Tull auf Tour, hatte das Konzert mit seiner Band Blues Project im Kolbermoorer Kesselhaus als eine Hommage an die Rockmusik im Allgemeinen und an die in den vergangenen drei Jahren verstorbenen Musiker dieses Genres im Besonderen gestaltet. Der Weltklasse-Gitarrist hatte kongeniale Mitstreiter auf der Bühne.

Stephan Weiser an den Keyboards knüpfte mit dem Synthesizer bei den Stücken von Pink Floyd („We don’t need no education“) oder Toto einen Klangteppich, der aus sphärischen Höhen kommend die Grundlage für Bass und Schlagzeug bildete. Mit dem E-Piano schuf er den Hintergrund für die Hardrock-Klassiker „Smoke on the Water“ oder den „Red House Blues“ von Jimi Hendrix.

Mathias Hof, mit „Tonwerk“ auch für Licht und Ton verantwortlich und langjähriges Mitglied bei Blues Project, hielt sich mit seinem Bass eher im Hintergrund. Seine Spielweise war aber der unverzichtbare Antrieb und das Rückgrat sowohl der harten Rocknummern von ZZ-Top als auch bei langsamen oder funkigen Stücken, wenn es „grooven“ sollte und sich Gitarre und Synthesizer auf ihre Solopfade begeben konnten.

Rainer Huber harmonisierte am Schlagzeug bestens mit Mathias Hof und brachte mit seinem Solo bei „Jake to the Bone“ von Toto das Publikum zum Kochen. Ein feines, variables Rhythmusgeflecht ließen die Riffs der Gitarre zum Vorschein kommen. Beim Zwischenteil in Led Zeppelins „Whole Lotta Love“ konnte Sänger Steff Porzel seinen gewaltigen Stimmumfang auf dem Background des dezent angetippten Hi-Hat voll zur Geltung bringen ohne gleich in die Vollen gehen zu müssen, denn der Sänger hatte eine Grippe noch nicht ganz auskuriert.

Höhepunkte waren die von Florian Opahle bearbeiteten Songs der erst kürzlich verstorbenen Musiker Prince („Purple Rain“) und David Bowie. „Heroes“, 1977 im Schatten der Berliner Mauer von Bowie und Eno geschrieben und von Fachleuten unter die besten zehn Songs der Popgeschichte gewählt, ist ein exzellentes Beispiel für die Zeitlosigkeit und das Erbe verstorbener Rocklegenden.

„Soundtrack

des Lebens“

Er gehört, wie Florian Opahle betonte, zum „Soundtrack des Lebens“ von nunmehr schon fast zwei Generationen. Opahles Interpretation des Songs lebt vom Umschalten aus dem elegischen, melodiösen in den schnelleren zweiten Teil, bei dem man fast den Eindruck hat, The Edge, Gitarrist von U2, mit seiner stakkatohaften Spielweise zu hören.

Ungewöhnliche Anekdoten aus dem Leben der Rockmusiker bildeten Florian Opahles Überleitungen zu den einzelnen Songs. Dass er die von Greg Lake, vom Trio Emerson, Lake and Palmer, an ihn weitergegebene E-Gitarre der Marke „Gibson Les Paul“ seit zwei Jahren wieder häufiger bei seinen Konzerten verwendet, fühle er als Auftrag, Musik, die vom Herzen kommt, weiterzugeben. lüe

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