Vier Männer mit Hut

von Redaktion

Die Voodoohounds zelebrieren im „Le Pirate“ den Blues

Rosenheim – Vier Männer mit Hut und mit klassischer Blues-Besetzung bescherten dem Publikum im vollen Jazzlokal „Le Pirate“ in Rosenheim einen feinen Abend mit vielen tollen Stücken. Mit einer rhythmischen und druckvollen Gitarre (Bandleader Maximilian Schöll) und einer mitreißend gespielten Bluesharp (Max Kögel) stieg die Band ein und nahm langsam Fahrt auf. Mit dem famosen Klassiker „Help me“ gab es ein Stück mit hohem Wiedererkennungswert, leicht rauchig und mit viel Überzeugung gesungen von Schöll.

Das Quartett gestaltete ein hoch abwechslungsreiches Programm mit vielen Variationen innerhalb des Genres und zeigte, dass der Blues schon mehr zu bieten hat als das übliche, wuchtige Schema und eine Portion Weltschmerz. Rasant kam „Ain´t no need to go further“, eine Spur schwerer dann „Matchbox“. Bassist Ludwig Herrmann verließ zwischendrin seine zurückgezogene Hintergrundposition, schnappte sich das Mikro und erwies sich als Sänger mit viel Druck in der Stimme.

Sogar einen Latin-Blues Marke Geheimtipp gab es im Programm als „Chicago-Cha-Cha“, auf den das viel gespielte „Caldonia“ folgte. Die Komposition im „Jump“-Stil stammte ursprünglich von Louis Jordan aus dem Jahr 1945 und wurde von Größen wie Muddy Waters interpretiert, um schließlich in die „Hall of Fame“ der Bluesstücke zu wandern.

Die Voodoohounds rissen die Besucher mit dem Wechsel von Klassikern und unbekannten Stücken wie der fetzigen „Mata Hari“ mit. In die Stücke gingen feine Soli mit ein: Schlagzeuger Lukas Diesch demonstrierte vertrackte Rhythmen und nutzte auch ein Weißbierglas dazu, und mehrfach umjubelt wurden die Mundharmonikapassagen von Max Kögel sowie die Saiten-Eskapaden von Max Schöll mit viel warmem Groove. Der „Painkiller“ mit überraschend und effektvoll gesetzten Pausen wusste ebenso zu überzeugen wie „The last time“ – große Klasse. Die „Voodoohounds“ schafften es, Feeling, Spielfreude und mitreißenden Groove der Bluesmusik authentisch und glaubwürdig rüberzubringen, wofür das „Pirate“ mit seiner dichten Atmosphäre einen gelungenen Rahmen abgab. Sensationell gelang eine Version von Jimi Hendrix´ „The wind cries Mary“ .

Im Zugabenblock gab es nochmal Dampf mit „No more lovin´ foolin´ around with you“ und dem „Black Cadillac“ . Eine eindringliche Version des „Stormy Monday Blues“ als weiteres Ewigkeitsstück der Blueshistorie bannte die Hörer, nicht zuletzt durch den eindringlichen Gesang von Schöll. Das Publikum durfte auch ran und als Chorus mitsingen, und als besonderes Schmankerl gab es noch ein Duo von Max Schöll und Ludwig Hermann am akustischen Bass.

Ein feines Konzert im „Le Pirate“, das richtig Spaß gemacht hat.

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