Ein tiefer Blick in Verborgenes

von Redaktion

Werkschau „Verborgenes entdecken“ von Ingeborg Benninghoven, Bernadette Möllmann und Inge Zuck

Bernadette Möllmann: „Afrika“, Mischtechnik, 100 mal 80 Zentimeter, 2015.

Bad Aibling – Ruhe und Energie, farbliche Explosivität und Zurückgenommenheit, Abstraktion und der Mensch im Mittelpunkt – bei einer Ausstellung dreier Künstlerinnen findet sich viel Individualität, aber auch einiges an Gemeinsamkeiten. Ingeborg Benninghoven, Bernadette Möllmann und Inge Zuck gestalten zusammen eine Werkschau in den Räumlichkeiten des Kunstvereins Bad Aibling in der Galerie im alten Feuerwehrgerätehaus. „Verborgenes entdecken“ dürfen die Besucher dabei in den Bildern und einigen Objekten.

Farblich gesetzt in Weiß- und Schwarztönen mit wenig Braunakzenten wirken viele Acrylbilder, bei denen die Bad Aiblingerin Ingeborg Benninghoven auch Kalk, Teer und andere Materialien einsetzt. Ruhig in den genutzten Tönen, belebt durch die Formen, deren Fluss, verleiht die Künstlerin den abstrakten Werken, der „Himmelsleiter“, der „Trabantenstadt“ oder dem „Gatter“ trotz ihrer Zurückhaltung hohe Anziehungskraft.

Leise Töne, die es zu entdecken gibt

Sie setzt zumeist auf leise Töne, die es zu entdecken gilt, auch bei „Mondnacht“ oder „Fische“ in eher mystischem Blau-Grün. Ebenso in den Objektkästen mit Naturmaterialien wie Stein und Wolle, die minimalistisch und zugleich archaisch wirken.

Eine

verborgene Welt

Eine verborgene Welt kann man hinter den nebelähnlichen Strukturen in den Malereien von Bernadette Möllmann vermuten. „Afrika“ oder „Der Kreis des Lebens“ lassen eine Tiefe erahnen, die nicht abzuschätzen ist, ziehen schemenhaft und hell den Blick auf sich, im Kontrast zu umhüllenden, dunkleren Akzenten. Dazu nutzt die Bruckmühlerin einen Schaffensprozess in mehreren Schichten, arbeitet mit Farben unterschiedlicher Festigkeit und diversen anderen Materialien wie Papieren oder gerosteten Metallen. Die bieten als hervorgehobene Strukturen ebenso Dreidimensionalität wie eine tief gesetzte, weitere Perspektive der abstrakten Werke, kontrastierend zu einem vordergründigen Farbfluss, der „Auf neuen Wegen I“ weiter nach innen führt.

Eine Explosion

der Farben

Eine veritable Explosion der Farben verleiht den Werken der Bruckmühlerin Inge Zuck ein hohes Maß an Temperament und Lebendigkeit. Die findet sich auch im Einsatz unterschiedlichster Materialien wie Acryl, Pasten, Gelen, Schellack, Papier oder Stoff wieder. Neben abstrakten Arbeiten wie dem feurigen „Protuberanz“ oder dem gegossenen „Acrylic Pouring“ beschäftigt sich die Künstlerin auch intensiv mit dem Menschen – in ausdrucksvollen Porträts oder auf hintergründige Art und Weise, etwa beim „First date“, bei dem ein einflüsterndes Wesen auf den Schultern der Verabredeten sitzt oder dem eindringlichen „Beobachtet“, das im kleinen Format ganz unaufdringlich dennoch wie ein tiefer Blick in Verborgenes wirkt.

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Zu sehen sind die Werke von Ingeborg Benninghoven, Bernadette Möllmann und Inge Zuck in der Galerie des Kunstvereins Bad Aibling im alten Feuerwehrgerätehaus, Irlachstraße 5, in Bad Aibling noch bis zum Sonntag, 25. Februar, Montag bis Freitag von 16 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

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