Herzergreifende Seelenlieder

von Redaktion

Vera Klima und ihre Band erzeugen im Hilgerhof große Gefühle

Pittenhart – Die enttäuschte, die frisch entfachte, die verbotene, die unglückliche, die leidenschaftliche, die sehnsuchtsvolle Liebe sind für Vera Klima eine Schatztruhe ohne Boden. Die Sängerin und Songschreiberin nutzt diese Schwankungen des Liebestaumels, schöpft aus Gefühlsnuancen, die jeder kennt und transponiert sie in Lieder mit gehaltvollen Texten. Beim Kulturverein Hilgerhof in Niederbrunn bei Pittenhart nahm die in Rosenheim geborene und in Wasserburg lebende Künstlerin bei ausverkauftem Haus ihre Gäste mit auf ihre ausdrucksstarke und tief berührende „Liederreise“, begleitet von einer Band hervorragender Musiker: Deborah Finck (Piano, Cello, Gesang), Jan Bartikowski (E-Gitarre), Frank Thumbach (Bass), Manni Mildenberger (Schlagzeug). Schon die ständig wechselnde Instrumentierung und die hohe Virtuosität versprachen Musik, die sich von jeglichem Mainstream meilenweit absetzt, Musik, die sich abhebt – und wie man beim Konzert im Hilger- hof erleben konnte, den Hörer abheben lässt. Zu den präzisen Schlagzeug- und E-Gitarren-Einsätzen mischten sich Cello-, Violinen- und Kontrabassklänge, die den Gesamtsound um das gewisse Etwas bereicherten. Die Frontfrau selbst spielte mal Gitarre, mal Ukulele, dann wechselte sie ans Piano, und zwischendrin reichte ihr ein Bandkollege die Violine. Ebenso multiinstrumental ist Deborah Finck, die die Lücke, die Schwester Sarah Klima hinterließ, als die sich vor einigen Jahren aus dem Musikleben zurückgezogen hat, mit neuen Impulsen schließt. Sie ist sicher ein Glücksgriff und eine Bereicherung für die Band. Die „Klimamusik“ gefällt und berührt in ihrer Purheit und in ihrer Ehrlichkeit mit Songs wie „Mein Herz schlägt für dich“. Für dessen Fertigstellung hat Klima, wie sie verriet, ganze zehn Jahre gebraucht, „damit‘s stimmt“. Wenn auch viele Songs aus dem Herzschmerzthema entstanden sind, wie „Hauptsache du“ oder „Alles, was du hast“, also mit dementsprechender melancholischer Färbung daherkommen, so hörte man auch andere, in Songs verpackte Themen und Stimmungen: „Irgendwann ist jetzt“, „San Francisco“, oder „Unterwegs“. Wobei zu letzterem Song die begeisterten Klimafans eifrig die Hintergrundgeräusche, wie Meeresrauschen und Möwengeschrei, beisteuerten.

Tränen der Rührung flossen bei dem Song „Schwesterherz“, einem musikalischen Liebesbeweis an Schwester Sarah, in wunderschöne Worte und ebenso schöne Musik verpackt – eine echte „Schmachtballade“. Ähnlich ergriffen zeigten sich die Fans bei einer neuen Nummer, die im Hilgerhof erstmalig öffentlich zu hören war: „Anna“. Der Song erzählt von dem liebevollen Versuch, eine junge Frau, die auf die schiefe Bahn geriet, ins Leben zurück zu holen. Wirklich besonders sind Vera Klimas Texte: „Wenn wir fallen, dann fallen wir nach oben…“, also Lieder die aufbauen und Mut machen, lachen und weinen lassen – Seelenlieder. Das Gesamtpaket stimmt, sodass die Klimamusik ein sonnig-warmes Lächeln im gemütlichen Hilgerhof auf die Gesichter zauberte und eine wohlig intime Atmosphäre entstand, die die zahlreichen Fans hungrig in sich aufsaugten. Bei soviel Wohlgefühl war die Trennung nicht leicht, weder für die Musiker, noch für die Konzertbesucher, die sich mit frenetischem Applaus etliche Zugaben erklatschten.

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