Verschmelzung von Raum, Licht und Klang

von Redaktion

Lichtkonzert „Luminous Night“ in der Rosenheimer Christkönigkirche mit zeitgenössischer Musik

Rosenheim – Vom Erfolg im vergangenen Jahr beflügelt, lud der Chorkreis St. Quirinus unter der Leitung von Michael Gartner zu einer Neuauflage des Lichtkonzerts in die Christkönigkirche Rosenheim ein. Durch gesangliche und instrumentale Verstärkung erwartete die Besucher ein noch breiteres, musikalisches Spektrum.

„Luminous Night – ins Licht gerückt“ lautete der Titel der Veranstaltung. Für das „Licht“ war erneut Lichtkünstler Kurt Laurenz Theinert zuständig. Zusammen mit Software-Designern hat er das Visual Piano geplant und entwickelt – ein Instrument, das es möglich macht, bewegliche Bilder im Raum zu erzeugen. Licht ist für Theinert Medium, um Licht hörbar und Klang sehbar zu machen. Die Christkönigkirche bietet dank ihrer Schlichtheit und strengen Architektur den idealen Raum für seine Kunst. Linien und Kreise zogen im Rhythmus der Musik ihre Bahnen. Sie fächerten sich auf, woben Netze und flossen ineinander zu immer neuen, geometrische Formen voll abstrakter, reduzierter Ästhetik. Wände und Säulen der Kirche traten in den Hintergrund. Raum und Zeit verloren ihre Bedeutung. Die über 600 Besucher ließen sich von Stück zu Stück mehr in den Bann dieses mystischen Spiels aus Licht und Schatten ziehen, das zusammen mit der Musik zu einer Einheit verschmolz.

Der Chorkreis St. Quirinus musizierte diesmal gemeinsam mit der Salzburger Jugendkantorei am Dom. Weitere Unterstützung kam von dem Rosenheimer Saxofonisten Valentin Preißler, begleitet von Alexander Steinbacher am Piano und Streichern unter der Leitung von Rainer Heilmann, Leiter des Rosenheimer Orchesters „Die Arche“.

Auf dem Programm standen überwiegend zeitgenössische Werke, wie die Stücke „Northern lights“ und „Dark night oft the soul“ des norwegischen Komponisten Ola Gjeilo. Er verwendet häufig Texte aus der lateinischen Kirchenmusiktradition für seine Kompositionen und lieferte damit für das Lichtkonzert in der Christkönigkirche die perfekte Vorlage.

Ein ähnlich dichter Klangteppich erwartete die Besucher bei den zeitgenössischen, populären Motetten „Stars“ des lettischen Komponisten Erik Esenvalds und „Lux aurumque“ des US-amerikanischen Komponisten Eric Whitacre.

Zwischen den Chorstücken lieferte der Rosenheimer Saxofonist Valentin Preißler, Kulturförderpreisträger der Stadt, begleitet von Alexander Steinbacher am Piano, improvisiert die passenden Klänge zu dem Spiel aus bunten Linien und Formen an den Wänden, vorgetragen in großer Virtuosität und Klangvielfalt.

Die Begeisterung des Publikums zeigte sich im lang anhaltenden Applaus am Ende des eineinhalbstündigen Konzerts. Um die meditative Stimmung nicht abrupt enden zu lassen, gab es im Anschluss noch einige besinnliche Programmpunkte in den Räumen der Kirche, des Pfarrsaals und der Bücherei.

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