Prien – Ergreifend, inniglich – so könnte man das Passionskonzert in der evangelischen Christuskirche in Prien zusammenfassen. Kantorin Elena Badlo am Klavier und Edwin Schmitz, Musikpädagoge und Konzertviolinist, stimmten mit ihrem musikalischen Zwiegespräch mit Werken von Bach, Beethoven und Arvo Pärt auf die Passionszeit ein. Die Bach-Sonate für Viola und Klavier, BWV 1029, in g-Moll war da gelungene Einleitung: barock-wuchtig der erste Satz, ein eindringliches Adagio gefolgt von einem kraftvoll gestalteten Allegro.
Melancholischer wurde es dann mit der Sonate für Violine und Klavier in c-Moll, BWV 1017, von Bach, deren erster Largo-Satz die Arie „Erbarm dich“ aus der Matthäus-Passion vorwegnimmt. Auch in den weiteren Sätzen hielten sich die beiden Akteure an die Werksangaben. Ein Allegro war da ein Allegro, und das Adagio einfühlsam-langsam. Mit Ludwig van Beethoven ging es weiter. Seine Violinsonate Nr. 6 in A-Dur, Op. 30 Nr. 1 für Violine und Klavier ist für klangliche Überraschungen gut, steht sie doch für Variantenreichtum par excellence mit feurigen Läufen fürs Klavier, arien-gleichen Melodien für beide „Stimmen“ und abgeschnittenen Geigenakkorden, denen lyrische Klavierklänge sich entgegenstemmen.
Umso ruhiger, meditativer und inniger wurde es dann mit Arvo Pärts (geboren 1935) „Spiegel im Spiegel“, einem Stück im „Tintinnabuli“-Stil. Die Bratsche spielte Tonleitern, die sich vom Ton A in immer gleichen Tonschritten auf- und abwärts bewegten, während das Klavier entsprechende F-Dur-Dreiklangsakkorde als Gegensatz und als Hintergrund zur Tonleiter dagegenhielt, die bis zu den tiefsten Tönen hinunter- und bis zu den höchsten Tönen hinaufreichten. Es war ein Stück, das sowohl von den Instrumentalisten als auch von den Zuhörern höchste Konzentration verlangte und das wegen seiner Einprägsamkeit in einem Passionskonzert durchaus seine Berechtigung hatte.
Als Zugabe gab es noch eine Romanze von Gabriel Faure (1862 bis 1918) für Viola und Klavier. Dank seiner Melancholie war es ein passender Schlusspunkt. Dieser wahrlich bewegende und ergreifende kammermusikalischer Dialog, bei dem Edwin Schmitz mit leidenschaftlichem und flexiblem Ton sowohl bei der Geige als auch bei der Bratsche überzeugte und Elena Badlo souverän-virtuos und einfühlsam Klavier spielte, ist am 18. März ab 18 Uhr noch einmal in der evangelischen Friedenskirche in Aschau zu erleben.
elk