Rosenheim – Als der junge Konrad Gmelin im Mozartkostüm mit stilechter Perücke die Geige in die Hand nahm, konnte man nur verwundert staunen. Die Unbefangenheit und virtuose Leichtigkeit seines Spiels bannte und beglückte gleichermaßen Eltern und Kinder.
Mit ihrem vergnüglichen Kinder-Programm „Mozart auf Reisen“ verzauberten Musiker der Münchner Philharmoniker und Preisträger von „Jugend musiziert“ unter der Leitung von Heinrich Klug im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum einen Nachmittag lang die Herzen des Publikums.
Neben den vielen Kompositionen Mozarts berührte besonders die liebevoll-einfühlsame Erzählkunst Klugs, der die Kinder in die Handlung auf der Bühne mit einbezog und ihnen Fragen stellte. „Wer von euch kennt den Mozart?“ fragte Klug mit warmer, gütiger Stimme und erhielt denn auch gleich die Antwort im Chor. Dass Mozart nicht die Schule besuchte, lag natürlich an seinen Reisen, denn er war ja immer unterwegs. Die Reiseroute, die Klug auf einer großen Karte mit roten Fähnchen absteckte, führte die Familie Mozart von Salzburg über Mannheim bis Paris und London. Zu jeder Station der Reise erklangen die passenden Stücke, die Helena Lüft als Nannerl am Klavier und Konrad Gmelin als Mozart an der Geige mit virtuoser Bravour zu Gehör brachten.
Klug erzählte den Kindern zahlreiche Anekdoten aus Mozarts Leben. In Wien habe der kleine Wolferl Mozart Marie Antoinette, die Tochter von Kaiserin Maria Theresia, tatsächlich gefragt, ob sie ihn heiraten wolle. In Frankfurt, wo der Vater mit seinen Kindern angeben wollte, sei Mozart vor den reichen Bürgern, den sogenannten „Pfeffersäcken“ aufgetreten. Natürlich spielten die jungen Virtuosen den Ohrwurm „Eine kleine Nachtmusik“, aber auch das Allegro aus Mozarts erster Sinfonie in Es-Dur und einen Satz aus Haydns D-Dur Klavierkonzert, bei dem Helena Lüft brillierte. Viel Beifall erhielt Konrad Gmelin für Vivaldis „Sommer“ aus den „Vier Jahreszeiten“. Zwei Kinder aus dem Publikum sorgten dabei mit Schlägen gegen Blech für effektvollen Gewitterdonner.
Neben der musikalischen Verstärkung durch Violine (Alexander Möck), Klarinette (Albert Osterhammer) und Kontrabass (Slawomir Grenda) erhielt das Ensemble eine volkstümliche Note durch Maria Reiter am Akkordeon.
Mit leuchtenden Augen und roten Backen folgten die Kinder den bunten, fantasievollen Einlagen der Marionettenspieler der „Puppet Players“ (Stefan Fichert und Konrad Wipp). Besonders zeigten sich die Kleinen entzückt von einem fröhlich klappernden Gerippe, dem anmutig schwebenden Kaiserpaar und einem angetrunkenen Esel. Immer wieder animierte Klug die Kinder, das Lied von der Ruckl-Zuckl-Kutsch zu singen. Nach etwas zögerlichem Beginn sangen Kinder, Mütter und Väter im vergnüglichen Wechsel mal allein, mal kanonartig gut vernehmbar mit. Am Ende, als die Mozarts mit der Kutsche wieder wohlbehalten nach Salzburg zurückgekehrt waren, spendeten die Besucher für die märchenhafte Aufführung lang anhaltenden Applaus.